Welpenaufzucht

( die  ersten 56 Tage nach der Geburt)

 

 

Anmerkung :

Da in unserem Verein keine aktiven Züchter sind, waren wir für den folgenden Bericht auf externe Informationsquellen angewiesen. Besonders Tina von der "Frettchen Zuchtgemeinschaft" aus Bremen hat uns mit dem nötigen Bildmaterial und ihren Erfahrungen geholfen. Ein ganz dickes "Danke Schön" in diese Richtung. 

 

 

 

Diese kleinen, noch etwas tollpatschigen Plüschkugeln mit pfiffig dreinschauenden Knopfaugen entpuppen sich als wahre Herzensbrecher und manch ein Betrachter lässt sich zu einer spontanen Anschaffung hinreißen. Oftmals werden sie in Zeitungen oder Zoofachhandel schon im Alter von 6 Wochen angeboten. Leider wird dabei außer Acht gelassen, dass sich die Tiere in diesem zarten Alter in der Prägephase befinden und noch dringend der mütterlichen Fürsorge bedürfen, oder besser geschrieben den natürlichen Abnabelungsprozess durchleben müssen. Daher war es uns wichtig, eine Dokumentation über die Entwicklung vom Welpen bis zum jugendlichen Rabauken, der neugierig seine Umwelt erkundet und selbstständig erlebt, auf unserer Homepage zu haben.

 

1. und 3.Tag

Frettchenwelpen werden als Nesthocker, sprich blind, taub und fast nackt, mit einem Gewicht von 8-10 g und einer Körpergröße von 5-7 cm und einer Rutenlänge von 14-15 mm, geboren.

Sie sind zu 100% auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen.

 

 

3.Tag

Wie man auf diesem Bild erkennen kann ist nun der gesamte Körper der Welpen mit einem silbrig glänzenden Fell überzogen.

Die Ruten sind stärker ausgeprägt und die Proportionen scheinen besser verteilt zu sein, aber noch dominiert der Kopf in seiner Größe.

 

7. Tag

Inzwischen hat sich der silbrig glänzende Flaum stärker ausgeprägt. Auch die Beine entwickeln sich und die Proportionen normalisieren sich langsam. Die Welpen haben ihr Geburtsgewicht mindestens verdoppelt und es ist erste Angstphase der Aufzucht vorüber, wo die Welpensterblichkeitsrate ( z.B. bei zu großen Würfen oder Krankheit ) am höchsten ist. Spätestens am 5. Tag (oft schon am 2. Tag) ist der Nabelstumpf abgefallen.

 

9.Tag

Bei diesem Gruppenfoto kann man schon erahnen welche Farben die Welpen haben könnten, jedoch eine genaue Bestimmung ist noch nicht möglich, nur ob es helle oder dunkle Frettchen werden.

Zu diesem Zeitpunkt sorgt immer noch die Fähe alleine für die Nesthygiene und das Wohlbefin- den ihres Nachwuchs. Sie verlässt im Regelfall das Nest nur für kurze Zeit, um z.B. die Losung abzusetzen und zur Nahrungsauf- nahme.

 

15. Tag

Ab der 3.Lebenswoche beginnen die 4 Milchhakenzähne durchzubrechen.

Die Proportionen optimieren sich ( der Kopf ist nicht mehr  überdimensional) und die späteren Gesichtzüge fangen an sich auszubilden.

Vereinzelt wagt sich ein noch blinder Welpe aus dem Nest, aber die aufmerksame Fähe holt es natürlich sofort wieder zurück.

 

 

24. Tag

Nun sollten auch die vier Milchreißzähne vorhanden sein.

Ab dem 20. Tag nehmen die Welpen schon feste Nahrung (in Form von Brei) zu sich und verlassen somit das schützende Nest. Das ist die Zeit, wo die Fähe ihre gesamte Aufmerksamkeit den noch blinden "Nestflücht-lingen" widmen muss und ihre Milchleistung abnimmt. Ferner hört die Fähe auf die Ausscheidungen ihrer Welpen aufzulecken.

Die spätere Fellfärbung konkretisiert sich.

Die Gehörgänge beginnen sich zu öffnen.

 

 

29. Tag

Ab dem 28. Tag öffnen sich die Augen von Welpen.

Die einst riesigen eher stumpfen, ovalen Köpfe haben sich in die für Frettchen typische spitz zulaufende Gesichtsform gewandelt und sind im Größenverhältnis nicht mehr so dominant.

Ab diesem Zeitpunkt hält die quirligen Gesellen nichts mehr. Nun wird die Umwelt unter der Aufsicht von Mutter erkundet.

 

31. Tag

Ganz zart ist ein Anflug von der späteren Gesichtsmaske zu erkenne und das komplette Milchzahngebiss ist hoch gewachsen.

Die Welpen fangen an miteinander zu spielen und die Fähe ist völlig im Stress um ihre Welpen unter Aufsicht zu behalten.

 

37. Tag

Nun bildet sich die Feinabstimmung in der Fehlfarbe aus. Z.B. erkennt man hier auf den Foto, dass sich an der Hinterhand schon helles Stichelhaar abzeichnet und die Pfotenspitzen weiß bleiben.

Ihre Motorik hat sich inzwischen schon deutlich verbessert und ihr gemeinsames Spiel wird immer wilder.

Viele Fähen säugen ihre Welpen in dem Alter nicht mehr.

 

 

44. Tag

Nun sehen die Lütten fast schon aus wie richtige Frettchen, aber der plüschige Welpenpelz und ihre unausgereifte Motorik verrät sie noch als solche.

Jedoch können sie inzwischen auch schon klettern und springen, aber noch nicht mit der Leichtfüßigkeit wie die erwachsen Tiere.

Sie nabeln sich sich ganz langsam von der Mutter ab, aber die Fähe hat immer noch ein äußerst wachsames Auge auf ihren Nachwuchs und ist immer zur Stelle, wenn es ihr nötig erscheint.

Leider gibt es unseriöse Züchter, die die Welpen in diesem Alter schon aus dem Familienverband reißen und sie an Zooläden abgeben.

 

 

53. Tag

Die ersten bleibenden Zähne brechen durch.

Sie schlafen nicht mehr in der Wurfgemeinschaft.

Sie sind relativ sauber und benutzen oft das Katzenklo

Die Fellzeichnungen sind vollständig ausgeprägt .

Die meisten (gesunden) Fähen haben sehr lange Milch, wenn auch nicht viel. Aber viele Welpen hängen bis zur 8. Woche noch ab und an an Mamas Zitzen und sind danach erst vollständig entwöhnt. Daher ist eine Trennung der Jungtiere von der Mutter vor der 8. Woche in unseren Augen unvertretbar.

 

 

55. Tag

Nun ist es soweit, die erste Impfung ist überstanden und der Umzugstermin in das Neue Zuhause rückt in greifbare Nähe, denn ab der 8 Woche ist ihre körperliche und geistige Entwicklung soweit fortgeschritten, dass der Abschied vollzogen werden kann. Jedoch geben gewissenhafte Züchter ihre Welpen erst mit 10 Wochen ab, weil dann ihre Sozialisierung komplett abgeschlossen ist.

Die Sorge der zukünftigen Halter, dass die Welpen dann nicht mehr so zutraulich werden, ist völlig unbegründet, wie wir aus eigener Erfahrung heraus bescheinigen können.

 

57 Tag

Kerniger, selbstbewusster Welpe (Rüde) im Spiel mit dem 2 jährigen kastrierten Felix, der sich auch bis zu einem gewissen Grad die fruchtlosen "Abschlepp-Bemühungen" mittels dem Nackenbiss gefallen lässt.

Aber wenn in dem neuen Zuhause keine solch geduldigen und gutmütigen Spielkameraden sind, dann ist es wirklich angebracht die Welpen bis zur 10. Woche im
Familienverband zu belassen. Was wir in der Regel befürworten.

 

 Und ganz wichtig, egal wie alt :

Keine Einzeltierhaltung !