Bin ich bereit für Frettchen ?

 

keine Einzeltirhaltung
typisch Frettchen !?!
Käfigbau und Haltungsform
typische Gefahrenquellen der jeweiligen Haltungsform
Ernährung von Frettchen
Gesundheitsvorsorge
Woher bekommt man Frettchen?

 

Kommt man in den Genuss Frettchen im Spiel beobachten zu dürfen, so ergibt es sich fast von selber, dass die kleinen Herzensbrecher in einem den Wunsch erwecken auch so einen possierlichen Lebenspartner haben zu wollen. Und das ist schon der erste große Fehler, denn das oberste Gebot ist :

 

Keine Einzeltierhaltung

 

Frettchen sind gesellige Kobolde, die ihren Lebenspartner nicht nur zum tiergerechten Spiel benötigen, sondern auch zum gemeinsamen Kuscheln in der Schlafhöhle. Dicht aneinandergedrängt oder gar ineinander verschlungen schläft es sich für Frettchen viel gemütlicher. Auch das Spielen nach Frettchenmanier, was bei heranwachsenden Frettchen mitunter recht grob sein kann, ist mit einem Artgenossen viel ausgeprägter und schult die Motorik. Wir Zweibeiner oder andere tierische Mitbewohner wären nur zweitklassiger Ersatz aus der Sicht eines Frettchens.

Daher lautet auch unser Motto:

Denn welches Geschöpf, außer Frettchen, findet es witzig, wenn es im Überschwang der Gefühle, angesprungen und kräftig gezwickt wird. Der Übeltäter sich dann auch noch blitzschnell in sichere Entfernung begibt und munter, mit einem fröhlichen Muckern, vor einem herumhüpft ?? Für ein Frettchen ist diese Geste die Aufforderung zum ungestümen Spiel, welche die Artgenossen verstehen, die aber leider von anderen Lebewesen in der Regel missverstanden wird.

Nachdem man sich für die Haltung von mindestens 2 Frettchen entschieden hat, stellt sich die nächste Frage : Kann ich mit den typischen Eigenschaften von Frettchen leben ??

 

 

typisch Frettchen !?!

 

  • Frettchen sind enorm eigenwillig.

Diese markante Eigenschaft macht sich besonders stark bemerkbar, wenn sie ein Lebewesen (egal ob Mensch oder Tier) nicht ausstehen können. Bei Artgenossen entbrennt dann sehr schnell ein Kampf, wo jeder bemüht ist den "Gegner" fest im Nacken zu packen und andeutungsweise tot zu schütteln, was bei zwei unkastrierten Rüden jedoch um einiges ernster ist. Der Mensch hat es da dann doch schon etwas besser, er wird nur durch das gesamte Revier verfolgt und kräftig gebissen, auf das Totschütteln verzichtet das Frettchen freundlicherweise !

 

  • Frettchen setzten neue Maßstäbe im Reviernutzungsplan.

War der Mensch bisher Alleinherrscher in seiner Wohnung, so sollte er mit dem Einzug seiner Frettchen einige seiner Lebensgewohnheiten überdenken. Um nur einige Beispiele zu nennen:

verschwundene Socken : Irgendwie haben Frettchen ein ganz besonders Interesse an gebrauchten Socken. Diese verschwinden blitzschnell, wie von Zauberhand (aber natürlich nur jeweils einer pro Paar) und landen in Frettchen´s Vorratskammer, welche für uns Zweibeiner fast immer unerreichbar ist !

Abwechselung im Geschirrdesign: Gehört man zu den Menschen, die zum Beispiel ihre Kaffeetassen oder Limonadengläser in dem für unsere pelzigen Freunde erreichbaren Gebiet deponieren, zum Beispiel auf dem Wohnzimmertisch, so wird man sich zukünftig häufiger, als einem lieb ist, in der Porzelanabteilung als Kunde einfinden. Denn Frettchen werfen nicht nur das Behältnis um und lassen den Inhalt über die Tischplatte laufen, nein, ganz besonders witzige schupsen zur Krönung bewusst den Behälter über den Rand und schauen hinterher, um sich zu vergewissern, dass der er am Boden zerschellt !

ausgetopfte Blumen: Das ist die Spezialdisziplin aller Frettchen. In Sekundenschnelle werden die Wurzeln der Blumen von jeglicher Erde befreit und das Umfeld mit einer dekorativen Krümelschicht belegt. Um diesem wunderbaren Spiel zu frönen, mutieren unsere pelzigen Freunde zu wahren Kletterkünstlern und bringen damit den Halter an den Rand der Verzweifelung !

 

  • Frettchen sind neugierig

Diesen Charakterzug erhalten sie sich bis ins hohe Alter. Alles, was nicht wie immer ist, erweckt ihr Aufmerksamkeit. Das heißt im Klartext: befinden sich deine Frettchen im Freilauf kannst du nichts unternehmen, ohne dass mindestens ein Frettchen dazwischen rumwuselt. Wäsche zusammenlegen mit Frettchen, bedeutet : du faltest jedes Teil mindestens zwei Mal. Hat man eine Waschmaschine mit Bullauge, so landet nicht selten ein Frettchen beim Befüllen der Maschine mit der Wäsche in der Trommel ! Zumal speziell dieses Dichtungsgummi sie förmlich magisch anzieht und zu gerne von ihnen bearbeitet wird. Beim Reinigen des Fußbodens hängen sie entweder direkt am Schrubber, oder mopsen den Schwamm und versuchen das Wischwasser zu trinken. Daher kann "Putzen mit Fretts Hilfe" schon in einem akrobatischen Akt enden, wenn man sie vor den Gefahren die dabei für ihre Gesundheit lauern, schützen möchte.

 

  • Frettchen sind enorm verspielt

Frettchen können fast alles, was sich in ihrem Revier befindet, als Spielzeug umfunktionieren. So bekommen Kugelschreiber Beine, Wollknäule werden neu strukturiert und sind in der Regel dann derart verknotet, dass man sie für den eigentlichen Zweck nicht mehr verwenden kann. Schraubenpakete werden ausgebuddelt, denn natürlich befindet sich die interessanteste Schraube ganz unten. Alles was nach einer Höhle ausschaut (Blumenvasen, Möbelspalten, Belüftungsschächte von technischen Geräten usw.) erregt ihre Aufmerksamkeit und wird täglich inspiziert.

Etwas Abhilfe schafft man nur, wenn man versucht ihre Energie in geordnete Bahnen zu lenken und sich sehr viel mit ihnen beschäftigt, oder das Revier für Frettchen gerecht umbaut !

Jedoch toben die Tiere miteinander, so ist es immer wieder faszinierend den Anmut ihrer Bewegungen zu beobachten. Sie hüpfen und wirbeln durchs Haus, sind so vertieft in das wilde Spiel, dass sie die Welt um sich herum vergessen und automatisch der "Gute Laune Funke" auf den Beobachter überspringt.

 

  • Frettchen sind intelligent

Das merkt man besonders, wenn plötzlich das Geschirr aus dem Schrank geräumt wird, natürlich mit dem damit verbundenen Getöse, obwohl eigentlich eine verschlossene Tür das Frettchen daran hindern sollte. Und spätestens beim zweiten Mal hat man die Gewissheit : Mein Frettchen kann Türen öffnen. Auch Schubkästen sind nicht sicher vor ihnen und werden gerne zu einem Schlafplatz umfunktioniert ! Abhilfe schafft in dem Fall nur die Montage einer Verriegelung.

Ferner kann man ihnen im gewissen Rahmen auch logisches Denken zuordnen, denn manche Frettchen haben gelernt einer Handlung die automatische Folge zu zu ordnen. Beispiel . Ich nehme die Jacke von der Garderobe und ziehe sie an, also werde ich das Haus verlassen. Daher warten meine Frettchen schon an der Haustür auf mich, denn Spazierengehen macht Spaß !

 

  • Frettchen sind hartnäckig

Hat sich ein Frettchen etwas in den Kopf gesetzt, so arbeitet es so lange, bis es sein Ziel erreicht hat. Dann verschwinden riesige Brötchen in kleinen Ritzen oder Löchern. Man findet sein Frettchen auf der Gardinenstange oder im obersten Regal vom Wohnzimmerschrank und keiner kann sich erklären wie das gute Tier dort hin gekommen ist. Aber der pelzige Mitbewohner hat es geschafft !

 

  • sind etwa nur zu 80% stubenrein

In Ausnahmefällen gibt es auch 100% stubenreine Frettchen, aber die sind nicht unbedingt an der Tagesordnung, denn über die Losung direkt an der Haustür klagt fast jeder Frettchenfreund. Wie vermuten daher, dass das die Visitenkarte oder Reviermarkierung für jeden der das Haus betritt sein soll. Gemäß dem Motto :

Achtung ! Dieses Revier ist von uns besetzt!

Aber auch andere, vorzugsweise schwer zugängliche, dunkle Ecken (z.B. hinter Schränken oder unter Schreibtischen), werden gerne von ihnen aufgesucht ! Daher muss man einfach mit diesen tierischen Hinterlassenschaften rechnen und darf nicht traurig sein, wenn die eignen Tiere keine "Ausnahmefrettchen" sind !

 

Resümee:

Da zwei Frettchen im Haushalt einigen Unsinn anstellen und man täglich aufs Neue von ihren Ideen überrascht wird, kann das Leben mit ihnen recht turbulent werden. Wenn man sich nun sicher ist, das man unbedingt mindestens zwei Plüschnasen in seiner Familie aufnehmen möchte, stellt sich schon die nächste Frage : Was für einen Käfig benötigt man?

 

 Käfigbau und Haltungsform

 

Frettchen sind als sehr bewegungsfreudig einzustufen ! Daher benötigen sie eine recht große Behausung und wir empfehlen als Richtlinie :

a) bei Innenhaltung mit mind. 3stündigen täglichem Auslauf: 2m² für 2 Frettchen plus 0,5m² für jedes weitere Tier.

b) bei Außenhaltung : mindestens 6m² Grundfläche bei einer Raumhöhe von 2,50m für 2 Frettchen, plus 1m² Grundfläche für jedes weitere Tier (größer wäre besser !)

Begibt man sich nun mit diesem Wissen ausgestattet auf die Suche nach einem Käfig, so stellt man sehr schnell fest, dass der Zoohandel fast nichts geeignetes in dieser Größenordnung zu bieten hat. Also bleibt einen nichts anderes übrig als selber Hand anzulegen und sein handwerkliches Geschick auf die Probe zu stellen. Daher haben wir ein paar Tipps und Tricks für den Käfig- oder Gehegebau zusammengetragen, die ihr hier findet.

Bevor man sich jedoch an denGehegebau begibt, lautet die alles entscheidende Frage :

Innenhaltung (mit Käfig oder als Freigänger), reine Außenhaltung, oder kombinierte Haltung.

 

  • Innenhaltung

Bei dieser Haltungsform wohnen die Frettchen ganzjährig im Haus oder Wohnung mit ihren zweibeinigen Dosenöffnern, Einige Frettchenhalter verzichten dann gänzlich auf einen Käfig und lassen sie komplett als Freigänger herum laufen. Durch diese enorme Freiheit sind die Tiere in den meisten Fällen sehr ausgeglichen, freundlich und angenehme Mitbewohner. Aber auch bei der Käfighaltung, insofern sie großzügig bemessene Freilaufzeiten haben, kann man dieses harmonische Miteinander erzielen, da Frettchen neben wilden Tobephasen auch lange und tiefe Ruhephaseen haben. Was im Übrigern sehr nach Alter, Konstitution und Charakter variieren kann.

 

  • Außenhaltung

Bei dieser Variante wohnen die Frettchen ganzjährig außerhalb des Wohnbereichs in einem Gehege. Diese sehr natürliche Haltung, sofern es sich nicht um die typischen Hasenbuchten handelt, hat auch ihre besonderen Reize für das Frettchen. Denn in vielen Fällen haben die Gehege noch eine natürliche Bodenbeschaffenheit, so dass sie nach Herzenslust buddeln können. Auch schaut zum Beispiel mal eine Maus vorbei, die sie jagen können. Ein reines Frettchengehege ermöglicht dem Halter seine kreative Seite voll auszuleben und viele preisgünstige Spielmöglichkeiten für seine Lieblinge zu schaffen, die in der Wohnung nicht so hübsch anzuschauen wären, denn wer findet zum Beispiel gelbe Drainagerohre in der Wohnung besonders attraktiv ? Jedoch ist täglicher Kontakt, der über die reine Fütterung und Reinigung des Geheges hinaus geht wichtig, damit man freundliche Pelznasen zu seinen Freunden zählen kann. Das bedeutet, dass man schon täglich 1-2 Stunden mit ihnen gemeinsam im Gehege verbringen sollte (auch im Winter !).

 

  • kombinierte Haltung

Unter dieser Haltungsvariante verstehen wir, dass die Frettchen im Sommer in einem Außengehege wohnen und die kalte Jahreszeit komplett im Haus verbringen. Die Vorteile dieser Haltung liegen auf der Hand. Denn sie laufen nicht Gefahr in kalten Winternächten zu erfrieren, oder Hunger und Durst leiden zu müssen, weil ihr Futter eingefroren ist. Für den Halter ist der Kontakt zu den Tieren evtl. etwas angenehmer (sofern er kein Eskimo ist) oder über einen frostfreien Anbau direkt am Gehege verfügt. Bei alten Tieren, wo der Pelz sich nicht mehr so dicht ausbildet, oder gar Alopezie vorliegt sollte man auf eine reine Außenhaltung verzichten.

Manchmal verstehen Halter unter der kombinierten Haltung, dass sie ihre Frettchen gerade im Winter nur zum Spielen ins Haus holen und danach wieder ins Außengehege bringen. Das können wir nicht befürworten, denn wir sehen darin ganz klar die Gefahr, dass die Tiere auf Grund der starken Temperaturschwankungen zum Beispiel eher an Halsentzündungen erkranken, zumal sie so wieso anfällig für Grippeviren sind.

 

Für Mieter :

Spätestens jetzt wäre der richtige Zeitpunkt um sich bei dem Vermieter die Erlaubnis ein zuholen,
das man Frettchen halten darf. Möglichst in schriftlicher Form !

 

Typische Gefahrenquellen der jeweiligen Haltung 

 

Jede Haltungsvariante birgt besondere Gefahren in sich, aber da unser pelzigen Freunde unheimlich intelligent sind und uns immer wieder mit ihren Aktionen in Erstaunen versetzen, können wir hier nur die Standardbeispiele aufführen. Und sei dir gewiss, deine Frettchen finden bestimmt noch ganz neue Möglichkeiten sich in Gefahr zubringen.

 

Innenhaltung

  • Einklemmen (Schränke, Türen, Schubladen...),

denn Frettchen lieben dunkle Verstecke und enge Spalten. Aber auch auf Kipp stehende Fenster können das Leben ihres Frettchens gefährden, wenn es beim Versuch hinauszuklettern abrutscht und sich einklemmt.

 

  • Ersticken (Tragetaschen aus Plastik, Kunststoffbeutel...)

Frettchen kriechen gern in alles hinein, was ordentlich knistert oder was interessante Beute verspricht (zum Beispiel fremde Handtaschen).

 

  • Verbrennen (Bügeleisen, Herdplatte...)

 

  • Schock, Stromschlag (Stromkabel)

Stecker während des Freilaufs ziehen oder die Kabel in einem Kabelkanal verlegen. Auch freiliegende Steckdosen sind zu vermeiden, da zum Beispiel unkastrierte Rüden in der Ranz alles mit ihrem Sekret benetzen, was nach einer Bodenerhebung ausschaut.

 

  • Vergiftung (Putzmittel, Phenole, Öle...)

Frettchen lieben Putzmittel, was man besonders gut bemerkt, wenn sie sch mit einer wahren Wonne üben Inhalt von dem Wischeimer hermachen. Daher bitte unbedingt jegliche Art von Putzmitteln unzugänglich für Frettchen aufbewahren ! Und nötigenfalls mit einem Schloß sichern, wenn man solche pfiffen Mitbewohner hat, die Türen öffnen können.

 

 

Außenhaltung

  • Hitzschlag

Den Käfig oder das Gehege an einem hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung aufstellen, denn gerade die Mittagshitze im Sommer kann bei unseren Frettchen tödlich enden, da sie keine Schweißdrüsen besitzen und somit ihren Körper nicht kühlen können. Ihnen bleibt nur die Wahl, Schatten aufzusuchen und möglichst inaktiv dort zu verharren, bis es am Abend wieder kühler ist.

 

  • Knochenbrüche (Balkone, Fenster...)

Balkonbrüstungen (zum Beispiel mit Plexiglas oder ähnlichem glatten Material, kein Gitter, da sie es Kletterhilfe nutzen würden absichern, damit das Frettchen nicht herunter fallen kann, denn irgendwie fehlt ihnen der Blick für Höhenverhältnisse. Oder besser geschrieben der Sinn für diese potentielle Gefahr.

 

  • Entweichen

Frettchen sind unheimlich erfinderisch um einen Weg aus dem Gehege zu finden. Sie buddeln meterlange Gänge um das einzige Schlumpfloch im Fundament zu finden und so aus dem Gehege zu entweichen. Sie finden mit sicherem Gespür den Schwachpunkt bei der Vergitterung, Den Übergängen und Anschlüssen, oder wenn die Tür nicht korrekt verriegelt ist. Kurz sie wissen in Ihrem Revier bescheid und nutzen jede sich bietende Gelegenheit für einen Ausflug !

 

  • Entlaufen (Freilauf im Garten, offene Terrassentür)

Die meisten Frettchen bleiben in der Nähe von ihrem Revier, sofern es sich nicht um einen unkastrierten Rüden handelt. Auch wenn sie sich in der Nähe aufhalten, bedeutet es noch lange nicht, dass sie sich freiwillig einfangen lassen. Daher ist eine Information der Nachbarschaft über den Verlust sehr wichtig, denn das neugierige Frettchen besucht diese bei seinem Ausflug mal ganz gerne. Besonders wenn der kleine Hunger kommt !

 

  • Hunger und Durst

Da bei winterlichen Temperaturen das Wasser und das Nassfutter leicht gefrieren kann, hat der Halter hier eine ganz besondere Obhutspflicht. Entweder sorgt er für eine definitiv frostfrei Räumlichkeit für die Tiere und ihre Nahrung (was evtl. auch eine kleine Heizung beinhaltet) oder er holt sie für diese Jahreszeit zu sich ins Haus! Denn man sollte nie vergessen, dass Frettchen mehrmals am Tag Nahrung aufnehmen müssen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

 

 

So, diese leine Auswahl an möglichen Gefahrenquellen sollte zur Entscheidungsfindung der Haltungsvariante reichen. und wir wenden uns dem nächsten wichtigen Baustein in der Frettchenhaltung: der Ernährungsfrage zu.

 

 

Ernährung von Frettchen

 

Eigentlich ist dieses Thema so komplex, dass die detaillierte Beantwortung Seiten füllen würde und manch einen Frettchenhalter zum Streithahn mutieren lässt. Daher werden wir an dieser Stelle nur die groben Richtlinien aufführen.

Die Faustregel besagt, dass die prozentualen Anteile in der Frettchenharung zu mindestens 80 % von tierischer Herkunft und höchstens 20 % aus pflanzlicher Herkunft (was bei der Verfütterung von Trockenfutter schon gegeben ist) sein sollten. Der tägliche Futterbedarf pro Tier liegt bei ca. 150 – 200 Gramm.

 

Was könnten also Frettchen in ihrem Futternapf vorfinden ?

  •  hochwertiges Trockenfutter (speziell für Frettchen, aber bitte arauf achten, dass es auch minderwertige Futtersorten für Frettchen gibt)
  •  rohes Fleisch (in Form vom Wild, Kaninchen, Rind oder Geflügel)
  •  Innerein (wir beschränken uns auf Herzen und Mägen)
  •  Eintagsküken (mit täglich wegen dem enthaltenen Dottersack)
  •  evtl. hochwertiges Nassfutter für Katzen
  •  Fisch (Bei der Fütterung von Fisch sollte man dem Seewasserfisch den Vorzug geben, da das im Süßwasserfisch enthaltene Ferment Thiaminase im Körper das Vitamin B1 ( Thiamin) zerstört.)
  •  ab und an etwas Eigelb mit Magerquark verrührt (was bei der regelmäßigen Fütterung von Eintagsküken unnötig ist)
  •  Katzenmilch ohne Laktose (jedoch können wir das nur bedingt empfehlen)
  •  Multivitaminpaste (aber bitte nur geringe Mengen!)
  •  Obst (aber bitte lediglich als orale Freude, da es im Prinzip, außer der enthaltene Fruhtzuckter, unverwertet ausgeschieden wird)
  •  stets den Zugang zu frischem Wasser

Was dürfen sie niemals in ihrem Futternapf haben:

  •  Rohes Schweinefleisch (da das evtl. darin enthaltene Aujeszky-Virus definitiv zum Tode führt)
  • Gewürzte Speisen vom Tisch ihrer Halter( die Gewürze können schon in geringen Mengen Vergiftungen mit tödlichem Ausgang beim Frettchen verursachen)

und auch die Verfütterung von Babybrei ist in uneren Augen nicht empfehlenwert wegen der enhaltenen pflanzlichen Anteile, und ebenso wenig gehört für uns Katzenmilch auf den Speiseplan.

 

Das soll an dieser Stelle genügen und wer noch weitere Informationen wünscht, findet sie hier. Sonst folgt nun das wichtige Kapitel: Gesundheitsvorsorge (wo leider oft der "Rotstift" bei den Haltern angesetzt wird) !

 

 Gesundheitsvorsorge

 

Auf diesem Gebiet sind Frettchen recht anspruchsvoll, denn erstens muss man zunächst einen kompetenten Tierarzt finden, was manchmal nicht sehr einfach ist.

Dann kommen nicht unerhebliche Kosten für die Impfungen (Grundimmunisierung und jährlich folgende Auffrischung) und die Kastrationen auf den Halter zu.

Die Kastrationen sind fast unumgänglich, da die Fähen an den Folgen einer Dauerranz in sehr vielen Fällen versterben und die Rüden in der Ranz mit ihrem speziellen Aroma das gesamte Umfeld beglücken (und wohl die Ursache für die landläufige Meinung ist, dass Frettchen stinken), was aber mittels der Kastration auf den normalen tierspezifischen Eigengeruch reduziert wird.

Die Impfungen sind für die Gesunderhaltung unsere Frettchen wichtig, da Sie extrem anfällig für das Staupevirus sind. Dieser Virus kann zum Beispiel auch über sie Schuhe mit ins Haus getragen werden, und unsere ungeschützten Lieblinge sterben an dieser stets tödlich verlaufenden Krankheit, ohne jemals das Haus verlassen zu haben.

Jedoch erkranken Frettchen auch recht schnell an den typischen menschlichen Atemwegserkrankung oder Grippe. Sie können Tumore haben, gebrochene Gliedmaße oder einen Bandscheibenvorfall. Kurz: die Palette der Erkrankungen ist vielfältig, daher ist ein erfahrener Tierarzt in der näheren Umgebung sehr wichtig und spart Kosten.

Nun ist es so weit, man hat alle Hürden überwunden, ist sich absolut sicher, dass solch chaotischen pelzigen Frechdachse zur Familie passen und man geht in einen Zoolanden um welche zu kaufen, dann hat man fast schon einen Fehler begangen, denn es gibt auch Alternativen. Daher lautet die letzte Frage :

 

 Woher bekommt man Frettchen?

 

Wie bei jeder Anschaffung sollte man hier auch den Grundsatz walten lassen :

Augen auf beim Frettchenkauf!

Denn leider gibt es viele "schwarze Schafe" auf dem Gebiet des Tierhandels und darum bitten wir um die Beachtung folgender Punkte:

  •  Wie ist die Beratung? Und wie ist es um das Fachwissen bestellt? Geben se auch in Einzelhaltung ab?
  •  Machen die Frettchen einen gesunden Eindruck, sind sie munter, haben sie einen klaren Blick und einen schönen Pelz?
  •  Sind sie anfassbar, oder beißen sie in alles rein, was sich auch nur in ihrer Nähe bewegt ?
  •  Wie ist die Haltung? Zum Beispiel Gehegegröße, Ernährung, Sauberkeit und Haltung (in Zooläden werden sie gern auf Späne gehalten, was völlig unmöglich ist, da sie mit der Nahrung auch die unverdaubare Holzspäne aufnehmen könnten und somit ein Darmverschluss provoziert wird)
  •  Sind sie geimpft ? Haben sie schon einen implantierten Transponder ?
  •  Sind sie älter als acht Wochen (ist ganz wichtig, denn vorher sollten sie nicht aus dem Familienverband heraus gerissen werden, damit sie das richtige Sozialverhalten in einer Gruppe erlernen)
  •  Ist eine Urlaubspflege möglich?
  •  Gibt es einen Haltervertrag ?
  •  Wie ist es um die Beratung bestellt, wenn bei der Haltung Handlingsprobleme auftauchen ?

 

Unter Beachtung der oben genannten Kriterien, beginnt nun das Abenteuer Frettchenkauf und folgende Bezugsquellen sind möglich:

 

  • Tiermärkte oder Tierbörsen

Von dieser Bezugsquelle raten wir dem Anfängerdringend ab, denn mitunter sind die dort angebotenen Welpen sehr krank und bedürfen tierärztlicher Hilfe. So, dass der relativ geringe Anschaffungspreis in keinem Verhältnis zu den anfallenden Kosten steht. Wir hatten zum Beispiel schon den Fall, dass zwei Tiere gekauft wurden und nur eins den Transport bis zum Tierarzt überlebt hat.

 

  • Zoohandlungen

Leider vermissen wir hier sehr häufig die detaillierte Beratung, das richtige Zubehör (Käfig) und Verkaufspraktiken im Sinne der artgerechten Tierhaltung, da das nicht im Einklang mit wirtschaftlichen Aspekten steht. Und selbst der ZZF (Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.) sieht den Handel mit Frettchen wie folgt:

Die artgerechte Heimtierhaltung von Frettchen ist in den wenigsten Fällen möglich. Die Präsentation von Frettchen im Zoofachhandel würde Besitzwünsche bei Personen wecken, die die erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllen können. Mitgliedsfirmen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.verzichten deshalb auf die Präsentation von  Frettchen.

 

  • Züchter

Die Adressen erhält man häufig über Annoncen in der Tageszeitung oder im Internet. Wenn ein Züchter permanent annonciert, ist meistens Vorsicht geboten, denn leider gibt es auch Massenzüchter, deren Elterntiere weder geimpft oder entwurmt sind und sie zum Beispiel nur mit günstigem Hundefutter ernähren, wodurch Mangelerscheinungen mit Folgeschäden auftreten können.

Leider haben wir gerade in letzter Zeit bemerkt, dass organisierte Züchter (Mitglieder aus Zuchtvereinen) sehr merkwürdige Farbschläge am Markt anbieten. Da tauchen Fellfarben auf wie: ROYAL ORANGE auf, welche eher ihrer persönlichen Kreation entstammen, als dass man sie zu den gängigen Farbschlägen zählen kann. Auch bemerkten wir, dass man kaum zwischen Langhaargenträgern und echten Kurzhaarfrettchen unterscheidet, bzw. die optische Begutachtung als Maßstab nimmt. Daher sind wir der Ansicht, dass diese Tiere oftmals überbewertet sind und zu teuer angeboten werden.

Aber es gibt zum Glück auch Züchter, die mit Herz und Verstand die Elterntiere und Welpen versorgen und aufziehen. Die sich bei einem Infobesuch um die ausführliche Informationen über die Haltung von Frettchen bemühen und auch nach dem Verkauf gerne für weitere´Auskünfte zur Verfügung stehen. Wobei man auch hier auf Züchter trifft, die sich als seriös betiteln, aber letztendlich auch nur Trendfrettchen produzieren, die den Frabwünschen der Kunden entsprechen und ihnen entsprechend hohe Gewinne garantieren.

 

  • Frettchenhilfen (private oder Vereine)

Hier findet man das Strandgut unserer Wegwerfgesellschaft, sprich die Tiere, die wieder abgegeben werden, weil ihre Halter sich vorher nicht ausreichend erkundigt haben und nun enttäuscht über das typische Verhalten sind, so wie die Tiere, die durch falsches Handling bissig wurden, oder weil jetzt die Tierarztkosten für die Kastration anstehen, aber auch weil die Menschen einfach die Lust an den Tieren verloren haben. Die Gründe sind vielschichtig.

Da in den Zooläden und bei den Züchtern oft nur die Jungtiere zum Verkauf stehen, deren Erziehung nicht unproblematisch ist (denn nicht um sonst befinden sich sehr viele Jungtiere unter einem Jahr in den Frettchenhilfen), raten wir gerade ungeübten Anfängern zum etwas älteren Frettchen. Diese sind in der Regel schon umgänglicher und vor allem nicht mehr so beißfreudig (wobei es hier natürlich auch die Ausnahmen gibt !), was einem den Zugang zu dieser Tierart enorm erleichtert und Vertrauen schafft.

Auch ältere Frettchen binden sich sehr stark an ihre Bezugsperson, sofern diese sich anständig verhält. Daher ist es egal, ob man zwei Jungtiere oder zwei Alttiere (älter als 1 Jahr) aufnimmt.

Das Geschlecht, sofern es sich nicht um zwei unkastrierte Rüden handelt, spielt bei der Frettchen - Wohngemeinschaft eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist einzig und alleine, das die Tier sich gut verstehen, denn Sympathie ist bei Frettchen nicht vom Geschlecht abhängi! Auch das Alter, sofern die Differenz nicht mehr als ca. 3 Jahre beträgt (ist nur eine ungefähre Angabe, da wir selber schon positive Erfahrungen mit größeren Altersunterschieden in den Gruppen hatten) , ist für die Gruppenstruktur nicht wichtig, da gesunde Frettchen sich ihren Spieltrieb bis ins hohe Alter erhalten.

 

 

Noch eine dringende Bitte:

Egal woher ihr eure Tiere habt, solltet ihr
bemerken, dass eure Frettchen nicht in euer Leben passen, so setzt sie
bitte nicht einfach aus, sondern wendet euch an eine Frettchenhilfe oder
an das örtliche Tierheim um sie dort abzugeben, denn:

Ein Frettchen ist definitiv kein Wildtier
und kann in der Natur nicht überleben ! Eine Aussetzung bedeutet den
sicheren Tot, sofern sie nicht zufällig eingefangen werden !