Langhaarfrettchen

oder auch als "Angora-Frettchen" bekannt 

 

Herkunft des Langhaarfrettchens

 

Bei einer Pelzfabrik vor etwa 30 Jahren in Skandinavien, tauchten die ersten Langhaarfrettchen auf. Ein Züchter stellte fest, dass seine Frettchen längeres Fell an den Rücken und an den Hinterbeinen besitzen. Also verpaarte er die Tiere gezielt miteinander und so entstanden Welpen, die langes Fell besaßen.

Etwa 1998 verkaufte der Züchter seine fast ganzen Nachzuchten an Herrn Thinggard aus Dänemark und  einen kleinen Anteil an einen Kleinzüchter in Amerika. Leider hatte der amerikanische Züchter nicht das nötige Know-How, so dass seine Zuchterfolge nicht nenneswert waren.  Herr Thinggard  hingegen erhielt von den circa 900 Zuchttiere in seinem Bestand jährlich bis zu 1500 Welpen. Leider lies er seine Welpen schon mit 6 Wochen kastrieren um sich eine Monopolstellung und hohe Verkaufserlöse mit dieser Frettchensorte zu sichern, was jedoch bei den Tieren gesundheitliche Probleme zur Folge hatte . Durch eine Gesetzesänderung in Dänemark (es wurde das Verbot ausgesprochen, dass man Tiere nicht vor dem 6 Lebensmonat kastrieren darf), verkaufte Herr Thinggard ab dem Jahr 2000 seine Langhaarfrettchen unkastriert und öfnete somit Pforten füe unkontrllierte Nachzuchten. Im Jahr 2005 verkaufte Sören seine ganzen Frettchen nach China an Sangosho Pet Co Ltd Park, wo sie bis heute noch gezüchtet werden.

 

Aussehen

 

Die ersten Langhaarfrettchen die auf den Deutschen Markt kamen, hatten besonders langes Fell, aber kaum bis gar keine Unterwolle. Das Deckhaar konnte bis zu 12cm lang sein. Ebenfalls typisch für Langhaarfrettchen war eine ausgeprägtere Nasenfalte, sowie ein behaarter Nasenspiegel, das heißt, dass das  Frettchen Haare auf der Nase hatte.

Außer dem langen Deckhaar haben sie durch die Verpaarung mit Kurzhaarfrettchen die typischen Merkmale weitestgehend verloren. So dass ihre auffälligen Nasenspiegel und die fehlende Unterwolle der Vergangenheit angehören.

 

Pflege und Gesundheit

 

Die Langhaarfrettchen benötigen keine besondere Pflege. Es könnte sein, dass die Haare am After zu lang sind und sich somit Kot mit dem Fell verklebt. Deshalb sollten die Haare am After am Besten etwas gekürzt werden.

Die Langhaarfrettchen haben bei guter Haltung die gleiche Lebenserwartung wie die Kurzhaarfrettchen. Die Langhaarfrettchen sind genau so anfällig auf Krankheiten wie die „Standard“ Frettchen.

 

Anmerkung :

Jedoch hat gerade in den letzten 10 Jahren die durchschnittliche Lebenserwartung der Frettchen drastisch abgenommen . Als Fr. Nonnast 1997 mit der Frettchenhaltung begann und ab 1998 bereits im Tierschutz aktiv wurde, lernte sie noch die 10 jährigen top fitten Frettchen kennen, die auch locker 12 Jahre und älter wurden, ohne dass man Stammgast beim Tierarzt war. Leider haben unsere aktiven Züchter verpasst diese sauberen Kurzhaarlinien zu fördern und zu erhalten, statt dessen haben sie aus kommerziellen Gründen auf Teufel komm heraus überall die Langhaarfrettchen eingekreuzt und damit auch die Inzuchtgene dieser Tiere, so dass man jetzt sagen kann, dass die durchsnittliche Lebenserwartung bei 6- 8 Jahren liegt, und das obwohl der Handel inzwischen sehr gutes richtiges Frettchenfutter anbitet und es immer mehr Tierarztpraxen gibt, die sich auch auf diese Patienten spezialisiert haben.  

Zucht

Die Zucht mit Langhaarfrettchen gehört mit Sicherheit nur in erfahrende Hände. Circa 90% der weiblichen Langhaarfrettchen sind nicht in der Lage, ihre Welpen alleine großzuziehen, weil sie eine nicht normal ausgeprägte Milchleiste haben. Damit die Welpen nicht verhungern, muss man 2-3 weibliche Kurzhaarfrettchen oder Halblanghaarfrettchen eindecken. Dabei wird genau auf den Decktermin geachtet, die Fähen werden möglichst zeitgleich eingedeckt, damit die Geburtsdaten übereinstimmen. Wenn die Welpen der Langhaarfrettchen geboren sind, werden diese zu den Kurzhaarfrettchen oder Halblanghaarfrettchen verteilt. Diese kümmern sich dann gemeinsam um die Pflege der Neugeborenen. Es kann auch sein, dass die Frettchen die Welpen nicht annehmen, darauf sollte man immer vorbereitet sein! Falls dieses Problem auftreten sollte, muss der Züchter die Welpen alle 2-3 Stunden (auch nachts) füttern. Allerdings gestaltet sich die Handaufzucht sehr schwierig und die Sterberate ist sehr hoch.

 

Anmerkung :

Da jedoch auch die miteingedeckten Kurzhaarfrettchen große Würfe bekommen können, so dass in unseren Augen eine Ammenaufzucht ohne die Wegnahme von Kurzhaarwelpen unrealistisch, bzw. unzumutbar für die säugenden Fähen ist, stufen wir ihr Aufzucht aus ethischen Gründen als Qualzucht ein.