Frieda feiert Weihnachten

 

 Inspiriert von dem zweiten Gästebucheintrag, kamen die Erinnerungen an unser erstes Weihnachtsfest mit Frettchen, was nun schon einige Jahre zurückliegt, hoch.

Damals waren wir lustige Anfänger und zählten uns zu den stolzen Haltern eines Einzelfrettchens , namens Frieda ! Frieda hatten wir im Oktober im Zoohandel erstanden und gleich das nötige Zubehör ( Hasenkäfig, Einstreu usw. ) dazu. Unser Friedchen war jedoch mit ihrer "extravaganten" neuen Behausung in keiner Form einverstanden, darum zerlegte sie das Teil in kurzer Zeit so geschickt , dass wir zunächst gar nicht erkannten wie sie aus ihm entwich, ohne dass das Türchen offen war. Dabei war das ganz simpel: eine Stange des Gitters hatte sich gelöst und das reichte aus, damit Madame durchschlüpfen konnte, ohne sie wirklich zu verbiegen. Na ja, da alle Versuche scheiterten das Gitter zu reparieren, wurde unsere Frieda zur Freigängerin !

Die Adventszeit war bei uns hektisch und bedingt durch unsere Berufe sehr stressig, so dass kaum der "Geist der Weihnacht" bei uns durchs Haus schwebte. Daher wollten wir wenigstens den Heiligenabend und die folgenden Feiertage richtig genießen. Und was gehört dazu ? Natürlich ein Tannenbaum, schön geschmückt und mit vielen Lichtern ! Da wir aber leicht "Grün" angehaucht sind, haben wir uns für ein Bäumchen mit Ballen entschieden, welches frühzeitig besorgt und auf unserer Terrasse deponiert wurde.

Dann kam der 24. Dezember. Am Morgen, nach einem langen und gemütlichen Frühstück holten wir unser Bäumchen herein. Kaum merkte Friedchen, dass wir aktiv wurden, stand Madame auch schon auf der Matte. Neugierig verfolgte sie jede unserer Bewegungen. Natürlich ließ sie es sich nicht nehmen und untersuchte akribisch die Kiste mit dem Baumschmuck. Wühlte sich angefangen von den Kugeln, über die Holzfiguren zum Lametta durch. Das war unheimlich spannend für sie. Wir ließen sie gewähren, den die Sachen waren gut verpackt, so dass sie keinen Schaden nehmen oder anrichten konnte. Als der Baum fertig geschmückt war, war auch Friedchen müde und trollte sich in ihre Schlafhöhle. Dort verpennte sie den halben Tag, um dann pünktlich wieder aufzustehen, während wir Zweibeiner in der Küche mit Essen beschäftigt waren. Unsere liebste Frieda hatte nichts besseres zu tun, als auf die Fensterbank zum Bäumchen zu klettern, wo sie bisher noch nie selbstständig hingekommen war und eine Weihnachtsüberraschung der besonderen Art für uns vorzubereiten.

Still und heimlich legte sie den gesamten Wurzelballen frei, kratzte sorgfältig auch den letzten Krümel heraus und verteilte die Erde überaus geschickt im gesamten Wohnzimmer ! Dann besuchte sie uns in der Küche um sich ihr Leckerlie abzuholen. Das sie irgendwie anders ausschaute als sonst haben wir wohl bemerkt, aber keiner hat weiter darauf geachtet, da wir gedanklich zu sehr mit der anstehenden Bescherung beschäftigt waren.

Tja, und dann kam der große Moment ! Unser Herby wollte das Bäumchen im Wohnzimmer in Festglanz versetzen und die Kerzen entzünden. Jedoch blieb er wie vom Donner gerührt in der Tür stehen ! Unser Bäumchen hing auf halb Neuen in seinem Topf! Das Wohnzimmer, nebst Einrichtung war von einer feinen Erdschicht bedeckt und Friedchen hüpfte mitten drin herum, überaus zufrieden mit ihrem Tagwerk ! Nun bedeutete das für uns, bevor es Geschenke gibt : Wohnzimmer reinigen ! Gut eine Stunde benötigten wir, bis alles wieder schön hergerichtet war und wir uns über die Geschenke hermachen konnten. Wobei Frieda natürlich in totaler Extasse beim Auspacken half um dann völlig erschöpft auf dem Sofa einzuschlafen. Natürlich beschäftigte uns derweil, wie Madam auf die Fensterbank zu dem Bäumchen gekommen sein mag und wir kamen zu dem Ergebnis, dass jemand von uns sie versehentlich hoch gesetzt haben muss.

Als wir jedoch nach unserem Mitternachtsimbiss aus der Küche zurückkamen und unser Wohnzimmer in altbekannter, nach frettchenmanier verschönter Weise vorfanden, schwante uns, dass sie selber irgendwie da hochklettern musste. Nur wie, das war uns ein völliges Rätsel ! Also räumten wir zum zweiten Mal an diesem ehrwürdigen Tag unser Wohnzimmer auf ! Derweil lang Frieda in ihrer Schlafhöhle und ratzte!

Am nächsten Morgen sah unser Wohnzimmer wieder so unheimlich schön aus und wir beschlossen, nun leicht verärgert, das Bäumchen noch am gleichen Tag in unseren Garten zu pflanzen, sicher vor Friedchens Attacken ! Also reinigten wir zum dritten Mal den Raum und Herby schmückte das Bäumchen ab. Erneut lautete die Frage des Tages : Wie kommt Frieda da hoch ! Dieses Geheimnis lüftete sie noch am gleichen Nachmittag! Denn wir durften beobachten, dass sie sich zwischen Hauswand und Heizung hochzog, dann auf den Heizungskörper krabbelte und schwupp auf die Fensterbank sprang ! So einfach war das !

Na ja, nun war unser Tannenbäumchen draußen und Friedchen enttäuscht ! Es war übrigens das letzte Weihnachtsfest, wo wir einen Tannenbaum mit Ballen hatten.

 

( Autorin: Brigitte Nonnast )