Frettcheneinzug

Hallo! Ich heiße Mio, bin 5 Jahre alt und ein waschechter Golden Retriever. Alle die mich persönlich kennen sagen, dass ich ein liebenswürdiger, freundlicher und gut erzogener Hund bin. Aber das ist auch nicht schwer, denn ich zog direkt von meiner Mama bei Ulli ein und hier habe ich alles, was sich ein Hundeherz nur wünschen kann. Liebevolle Betreuung, lange Spaziergänge, ein kuscheliges Schlafplätzchen und gutes Futter !

Jedoch zu unserer Familie gehören auch noch andere Vierbeiner. Zunächst ist da Shila (das Pferd), die frecherweise irgendwann genau die Box bezog, in der ich immer so gerne im Stroh herumtollte ! Anfangs war ich über dieses schwarz - braune Ungeheuer nicht so erfreut, aber seit dem ich erwachsen bin und Frauchen auf den täglichen Ausritten begleiten darf, bin ich sehr zufrieden über diese "Anschaffung". Denn: Was gibt es schöneres für ein Hundchen als täglich ausgiebige Spaziergänge durch Feld und Flur ?

Kurz: Mein Leben war perfekt, bis zu einem Samstag im Februar. Morgens ließ mein Frauchen mich schon alleine, weil sie zur Arbeit musste, um unsere Brötchen zu verdienen und nach unserem Spaziergang verließ sie das Haus einfach ohne mich! Ich war empört, das machte sie doch sonst nie! In ihrer Freizeit bin ich immer dabei! Beleidigt legte ich mich in mein Körbchen und schmollte. Aber mein Groll hielt nicht lange vor, denn als Frauchen nach Hause kam, begrüßte ich sie stürmisch. Meine Freude war so groß, dass ich fast die Transportbox übersah, welche sie auf den Küchentisch gestellt hatte und in der drei urige Tiere hockten. Als dann noch mit viel Mühe ein riesiger Käfig hereingeschleppt und im Wohnzimmer aufgestellt wurde, krochen in mir arge Bedenken hoch! Sollte ICH etwa da einziehen ? Menschen haben ja manchmal komische Ideen, die ich nicht wirklich verstehe!

Aber nein - weit gefehlt. Diese wuseligen Tiere die in der kleinen Transportbox, auf dem Küchentisch standen, wurden dort hinein verfrachtet! Ehrlich gestanden, wirklich begeistert war ich davon nicht! Und es kam noch schlimmer! Selbst der Besuch der noch am gleichen Abend kam, kümmerte sich fast ausschließlich um diese Teppichratten! Sonst war ich immer die Hauptattraktion und nun beachtete mich fast keiner! Ob ich wohl eifersüchtig war?

Tief beleidigt zog ich mich in mein Körbchen zurück, strafte mein Frauchen mit Nichtachtung und hielt ein Nickerchen. In der Hoffnung, dass diese Plüschis aus dem Haus sind, wenn ich wieder aufwache! Aber es war einfach nicht mein Tag. Ich schlug die Augen auf und was tobte vor meiner Nase herum? So ein kleines pelziges Ungeheuer! Also bestand keine Hoffung sie los zu werden. Mein Frauchen hatte sich in den Kopf gesetzt unsere kleine "Heile Welt" um diese drei Frettchen zu erweitern und so musste ich mich damit arrangieren.

Nachdem die erste Aufregung überstanden war, hat Frauchen mir erzählt, dass die kleinen Frettchen keiner haben wollte (was ich durchaus verstehen konnte) und sie heimatlos gewesen sind ,bis sie bei uns einzogen. Da taten sie mir doch einwenig leid und ich fand sie nicht mehr so schlimm.

Inzwischen haben sich sechs solcher armen, verstoßenen Freddels bei uns eingefunden und ich "Schäfchen" habe mich mit ihnen angefreundet. In meiner grenzlosen Gutmütigkeit habe ich ihnen sogar mein Körbchen überlassen, teile mit ihnen meinen Wassernapf und erlaube ihnen mein Spielzeug zu verschleppen! Nur mein Sofaplätzchen, das gehört mir alleine! Es sei denn, mein Frauchen bringt statt einem Frettchen, eine schnuckelige Hundedame mit nach Hause!

 

( Autorin:  Ulli Märtens )