Nebennierentumor

 

oder auch Nebennierenrindentumor

 

Ab einen Alter ab drei Jahre kommt es bei Frettchen häufiger zu Größenveränderungen der Nebennieren. Diese kann tumorös oder auch auch durch Zunahme der Zellenzahl sein.

In fast allen Fällen kommt es zum Verlust des Fells (Morbus Cushing) , beginnend vom Rutenansatz über den Rücken ziehend bis hin zum vollständigen Verlust des Haarkleides. Bei kastrierten Tieren kann es zu einem Wiederauftreten der sexuellen Aktivität kommen, die sich zum Bespiel durch Schwellung der Scheide, Deckversuchen und erhöhter Aggressivität bemerkbar machen. Weitere Symptome können Harnabsatzstörungen beim Rüden, stärkerer Körpergeruch und ein stetiger Verlust des Körpergewichts sein.

 

Cushing -Symdrom

Das Cushing-Syndrom wird hervorgerufen durch eine lang anhaltende und übermäßige Bildung des Hormons Kortisol, eines wichtigen Botenstoffes des Körpers. Die Folgen der Kortisolerhöhung wurden als Krankheit erstmals 1909 durch den Arzt Harvey Cushing beschrieben, der dadurch der Erkrankung den Namen gegeben hat.

Kortisol wird in den Nebennieren gebildet, zwei Hormondrüsen, die etwas oberhalb der Nieren liegen, aber vollständig andere Aufgaben als die Nieren erfüllen. Kortisol gehört zu den wichtigsten Hormonen des Körpers und sein Fehlen ist innerhalb kurzer Zeit tödlich.

Seine Hauptwirkungen sind:

  • Mobilisierung der Energiereserven bei Stresszuständen wie Krankheit, Operation, körperlicher Belastung
  • Erhaltung von Blutdruck und Herzkreislauffunktionen
  • Beeinflussung der Entzündungsreaktion des Körpers bei Infektionen und chronisch entzündlichen Erkrankungen
  • Regulation des Eiweiß-, Zucker- und Fettstoffwechsels

Die Bildung von Kortisol wird von Körper genau gesteuert, um eine bedarfsgerechte Produktion zu ermöglichen. Hierbei spielt die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) eine entscheidende Rolle. Die Hirnanhangsdrüse ist ein bohnengroßes Gebilde, das unterhalb des Großhirns liegt. Hier wird das Steuerhormon (Steuer-Botenstoff) ACTH gebildet, welches über den Blutstrom die Nebennieren erreicht und die Freisetzung von Kortisol hervorruft.

 

Diagnostik :

 

a) Ultraschall

Wir haben auf diesem Gebiet sehr gute Erfahrungen mit der TiHo Hannover gemacht, die mittels einer Ultraschalluntersuchung exakt die Lage und Größe der Gewebeveänderung gefunden haben. Die folgende OP bestätigte den Befund, dass nur die linke Nebenniere betroffen war und der zusätzlich aufgespürte Ovartumor konnte auch erfolgreich entfernt werden, so dass unsere Misses Shaddow innerhalb wenige Wochen wieder ein dichtes Frellchen ihr Eigen nennen konnte und keine Ranzsymptome mehr zeigte.

 

b) ACTH-Stimulationstest

Bei diesem Test wird zuerst der Basalwert (= Wert vor dem Testbeginn) von der Kortisolkonzentration im Urin ermittelt. Dann wird dem Tier eine bestimmte Menge von ATHC verabreicht und nach ca. 60-90 Minuten die Kortisolkonzentration erneut überprüft.

Der ACTH-Stimulationstest kann eine Aussage darüber machen, ob ein Hyperkortizismus (Cushing-Symdrom) vorliegt oder nicht, aber er ist nicht sicher.

 

c) ACTH-Spiegelbestimmung

Die ACTH-Blutspiegelbestimmung ist ein sehr zuverlässiger Test, um NNR-Tumoren, welche die ACTH-Sekretion (Abgabe, Ausschüttung) unterdrücken, von dienzephal-hypophysären (Zwischenhirn) Tumoren zu differenzieren, da letztere den ACTH-Spiegel erhöhen. Schwierig ist jedoch die Handhabung, da diese Bestimmungen in Plastikröhrchen aufgefangenes EDTA-Blut erfordern, das sofort zentrifugiert und bei –20 °C in Kühlgefäßen versandt werden muß.

Das ist jedoch ein sehr aufwendiger Test.

 

 

Behandlungsmöglichkeiten :

 

a) Chemotherapie

Auf diesem Bild erkennt man sehr gut die für diese Tumorart typische Kahlheit am Ansatz der Rute, die sich über den Rückenwirbel bis hinter den Beckenbereich ausbildet. Im Endstadium sind oft nur noch die Beine, die Rutenspitze und der Kopf behaart

Bei dieser alten Dame haben wir uns vor 2004  für eine Chemotherapie entschieden, da es fast keine anderen Altenativen gab und sie noch sehr aBei ktiv und munter war.

Diese Entscheidung stellte sich im 4. Behalungsintervall als Fehleinschätzung heraus, denn sie musste wegen kompletten Organversagen eingeschläfert werden.  

 b) operative Entfernung

Mit dieser Methode haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn der Nebennierentumor nur die linke Drüse befallen hat und er somit komplett entfernt werden kann. Der operative Eingriff an der rechten Nebenniere ist etwas komplizierter bis unmöglich, da diese Drüse direkt in der Nähe von einigen großen Blutgefäßen liegt und diese sogar mit tumorösem Gewebe umschleißen kann, was den Erfolg der OP enorm verringert.

Ferner sollte man bei der Entnahme oder dem Ausfall (durch Krankheit) von beiden Nebennieren folgendes beachten:

 

 

Dann kommt es innerhalb von 2-3 Tagen zur lebensbedrohlichen sog. addisonischen Krise (addonisiancrisis). Hierbei verringern sich einerseits die Blutnatrium - Werte um ein vielfaches, die Kalium-Werte steigen andererseits, um die Elektroneutralität des Blutes zu gewährleisten. Die Folgen gehen über Lethargie, Inappetenz, Schlappheit bis hin zum Koma und letztendlichem Tod. In einem solchen Fall müssen SOFORT synthetische Mineralcorticoide dem Frettchen zugeführt werden.

Die herkömmlichen Medikamente sind: Percorten oder Florinef mit Prednisolon.

 

c) Suprelorin Implantat

Dieses Implantat mit dem Wirkstoff Desloerin wurde an Hunden getestet und für diese zugelassen. Inzwischen ist dieses Präparat auch für Frettchen zugelassen . Es dient der vorübergehenden Unfruchtbarkeitmachung von unkastrierten, geschlechtsreifen und gesunden Rüden. Um die Wirkung aufrechtzuerhalten ist die Behandlung alle 6 Monate zu wiederholen.

   

 Wie Wirkt das Implantat?

Normaler Regelkreis der Sexualhormone :

Im Hypothalamus (bestimmtes Gebiet im Gehirn) wird das Hormon GnRH produziert, das auf dem Blutweg eine Anhangsdrüse des Gehirns, die Hypophyse, erreicht. Letztere wird durch das eintreffende GnRH stimuliert und produziert ihrerseits sogenannte Gonadotropine, Luteinisierungshormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH), die ebenfalls ins Blut gelangen und über diesen Weg je nach Geschlecht Hoden oder Eierstöcke erreichen. Auf diesen Reiz reagieren Hoden mit der Ausschüttung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, bzw. Eierstöcke mit der Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Die Geschlechtshormone halten ihrerseits die GnRHQuelle in Schach und damit den gesamten Regelkreis in balance

 

Vorübergehende Wirkung in den ersten Drei Wochen nach der Behandlung :

Das neue GnRH-Langzeitpräparat wird unter die Haut gespritzt. Von hier gelangt es ins Blut und erreicht die Hypophyse. Diese reagiert mit einer vermehrten Ausschüttung von LH und FSH, und als logische Konsequenz davon werden auch die Keimdrüsen zur vermehrten Sekretion von Sexualhormonen stimuliert. Bei Rüden macht sich die Stimulation nicht bemerkbar, ausser bei solchen mit hormonabhängiger Aggression, die sich kurzfristig in den ersten 2 bis 3 Wochen entsprechend verstärken kann. Bei Hündinnen kann eine Läufigkeit ausgelöst werden, wenn man zum falschen Zeitpunkt

 

Langzeitwirkung :

Die stimulierende Wirkung dauert wie erwähnt lediglich drei Wochen. Danach ist die Hypophyse nicht mehr ansprechbar für GnRH und stellt die Produktion von LH und FSH gänzlich ein. Die Spiegel dieser Hormone sinken auf nicht nachweisbare Spiegel ab. Weil die Hoden und Eierstöcke nun keine Stimulierung mehr erfahren, stellen auch sie ihre Hormonproduktion vollständig ein. Wenn das Präparat regelmässig injiziert wird, kann man den sexuellen Ruhestatus über Jahre ohne Unterbrechung aufrechterhalten. Bei Frettchen kann es bis lt. Herstellerangaben zu 4 Jahre wirken.

 

Anmerkung :

Während des Behandlungszeitraums wurde selten (>0,01 % bis <0,1 %) über folgende klinische Wirkungen berichtet: Haarkleidstörungen (z.B. Haarausfall, Alopezie, Fellveränderungen), Inkontinenz

 

 

Anmerkung:

Wir selber haben bisher noch keine Erfahrungen mit den Chip, aber bei Frettchen mit Nebennierentumor soll er wahre Wunder bewirken und die Ranzsymptome beheben, sowie das Fellwachstum wieder in Gang bringen. Ferner soll er bei dieser Tierart bis zu 4 Jahren aktiv sein.

Jedoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass jegliche Langzeitstudien fehlen, und wird er bei Fähen in der Ranz implantiert (z.B. Zwecks chemischer Kastration) können auch die unangenehmen Kahlheiten auftreten, die nicht im Zusammenhang mit mit einen NN-Tumor stehen