Funktion der Organe

 

 

Bauchspeicheldrüse Leber Galle Niere
Nebenniere Hypophyse Milz Schilddrüse

 

 

Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

 

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, ist die wichtigste Drüse für die Verdauungsvorgänge und als Besonderheit ist sie im Verhältnis größer als bei anderen Haustieren. Als exokrine Drüse produziert der Pankreas den Bauchspeichel, der in den Darm abgegeben wird. Als endokrine Drüse gibt sie Hormone in das Blut ab.

Im inneren der Bauchspeicheldrüse befinden sich kleine Drüsenläppchen, die den Bauchspeichel produzieren. Die Drüsenläppchen geben das Sekret in feine Gänge ab, die sich zur Mitte der Bauchspeicheldrüse hin in einen großen Hauptausführungsgang vereinen. Dieser Gang mündet zusammen mit dem Ausführungsgang der Gallenblase in den Dünndarm.

Im Saft der Bauchspeicheldrüse sind Enzyme enthalten, die notwendig sind, damit der Organismus Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung in das Blut aufnehmen kann. Die Nährstoffmoleküle sind in ihrer normalen Form viel zu groß, um in den Blutkreislauf aufgenommen zu werden. Sie müssen erst zerlegt werden. Dabei helfen die Enzyme des Pankreassaftes. Damit die Bauchspeicheldrüse sich nicht selbst verdaut, sind in ihrem Saft nur die Vorstufen dieser Enzyme enthalten. Im Dünndarm werden sie zu aktiven Enzymen umgewandelt und spalten die Eiweiße aus der Nahrung in verwertbare Bestandteile auf.

Von den gesamten Zellen der Bauchspeicheldrüse sind nur ein paar Prozent an der Bildung von Hormonen beteiligt. Diese Zellen bestehen aus kleinen Verbänden, die wie Inseln mitten im Gewebe der Bauchspeicheldrüse verteilt sind und folgende Aufgaben haben:

  • Die A-Zellen produzieren das Hormon Glukagon. Glukagon ist der Gegenspieler des Insulins. Ungefähr 20 Prozent der Inselzellen sind A-Zellen.
  • Die B-Zellen bilden das Hormon Insulin. Mit einem Anteil von 70 Prozent sind die B-Zellen am häufigsten in den Inselzellen vertreten.
  • Die D-Zellen bilden das Hormon Somatostatin. Die D-Zellen kommen im gesamten Verdauungstrakt vor. Somatostatin hat die Funktion, die Sekretion von Magensaft und Bauchspeichel zu hemmen.

 

 

 

 

 

Das ist eine Abbildung von der Bauchspeicheldrüse

 

 

 

 

Leber (Hepar)

 

Die Leber ist das wichtigste Organ für den Abbau stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen. Daneben nimmt sie zentrale Aufgaben im Rahmen der Aufnahme und Verwertung von Nahrungsbestandteilen ein, sorgt für die Bereitstellung lebenswichtiger Eiweißstoffe und greift regulierend in das Immunsystem und die Hormone ein. Um diese vielfältigen Aufgaben zu übernehmen, nimmt die Leber eine zentrale Stellung im Körper ein.

Obwohl sie relativ klein ist, wird die Leber von 28 % des Blutflusses durchströmt und verbraucht etwa 20 % des gesamten Körpersauerstoffes. Den Blutzustrom erhält sie einerseits von den Blutgefäßen, die nährstoffreiches Blut vom Darm transportieren, wodurch die Nahrungsbestandteile sofort weiterverarbeitet werden können. Zum anderen erhält sie sauerstoffreiches Blut aus den Arterien des großen Kreislaufs. Nach dem Durchströmen der Leber gelangt das Blut bei der zuführender Systeme zurück in den großen Kreislauf, von wo es über das Herz verteilt wird. Die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit gelangt über das Gallengangsystem in den Darm. Auf diese Weise werden einerseits Abbauprodukte und Giftstoffe in den Darm abgeleitet und zum anderen die Verdauung unterstützt.

Die Leber verfügt über Möglichkeiten, Fremdstoffe im Körper abzubauen oder in ungiftige Substanzen umzubauen. Sie vermag nicht- wasserlösliche Stoffe in eine wasserlösliche Form umzuwandeln. Diese können dann entweder über die Galle, oder über die Nieren ausgeschieden werden. Als Beispiel sei hier der Abbau des roten Blutfarbstoffes genannt, der von der Leber in Bilirubin abgebaut, über das Gallengangsystem in den Darm geleitet und nachfolgend mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Der Ausfall dieser Leberfunktion äußert sich daher mit dem Rückstau des Bilirubins in den Körper, was an einer Gelbfärbung der Haut und der Augen sichtbar wird.

Die Leber stellt dem Körper eine Fülle von Eiweißstoffen zur Verfügung, ohne die der Organismus nicht lebensfähig ist, dazu zählen z.B. das Albumin, dessen wasserbindende Eigenschaft das Blut in den Gefäßen hält. Albumin ist zudem ein sehr wichtiges Transportprotein, mit dem Substanzen von einem Ort des Körpers zu einem anderen transportiert werden können. Daneben werden eine Reihe von spezifischen Transportproteinen produziert, die z.B. Hormone zu den Zielzellen im Körper tragen. Weiterhin werden eine Reihe von Blutgerinnungsfaktoren gebildet, ohne die eine Blutstillung nicht möglich ist.

Die Leber ist ganz eng in die Regulation des Glucose-, Fett- und Eiweißstoffwechsels eingebunden. Für das Funktionieren des Organismus ist eine Regelung des Blutzuckers (Glucose) unabdingbar. Die Leber nimmt die Glucose aus dem Darmvenenblut auf und sorgt für eine geregelte Abgabe an den restlichen Körper. Die Leber kann überschüssige Glucose speichern und bei Bedarf abgeben. Im Zustand des Hungerns vermag sie Glucose aus anderen Nahrungsbestandteilen selbst herzustellen. Durch den zusätzlichen Eingriff in die Hormonsysteme, die den Blutzucker steuern (z.B. Insulin) vermag sie den Blutzuckerspiegel unabhängig von der Nahrungszufuhr konstant zu halten. Die Eiweißbestandteile im Darmvenenblut dienen der Herstellung verschiedener Eiweißkörper, ebenso wie den Grundgerüsten für Hormone oder dem roten Blutfarbstoff. Eine weitere wichtige Energiequelle für den Körper sind die Fette. Die Leber gewinnt aus diesen Fetten Energie, wandelt sie in Speicherfett um und produziert aus diesen Fetten Grundgerüste, die dann wiederum für die Herstellung von Cholesterin, Hormon- und Gallensäuren vonnöten sind.

Die Leber ist die größte Verdauungsdrüse. Sie produziert täglich Gallesaft. Durch den Gallesaft können einerseits Fremdstoffe oder Abbauprodukte des Organismus in den Darm geleitet werden, zum anderen fördern die im Gallesaft enthaltenen Gallesäuren die Verdauung und Aufnahme von Fetten aus der Nahrung.

Die Leber kann eine Reihe von Hormonen selbst bilden. Daneben ist sie jedoch auch in die Aktivierung von Hormonen eingeschaltet, wie z.B. Vitamin D oder den Schilddrüsenhormonen. Auf der anderen Seite steuert sie jedoch auch durch den Abbau von Hormonen den Organismus, wie z.B. der Sexualhormone, des Insulins, oder des Wachstumshormon.

Die Leber ist ein wichtiger Vitaminspeicher und ermöglicht durch gezielte Bereitstellung von Vitamin transportierenden Hormonen deren Verteilung. Lebenswichtige Spurenelemente, wie Eisen, Kupfer, Zink und Mangan werden ebenfalls in der Leber vorgehalten und bei Bedarf durch entsprechende Transportproteine in den Körper entlassen.

Als immunologisch aktives Organ verfügt die Leber über eine Reihe von Abwehrmechanismen gegen Viren und Bakterien, die sie entweder vom Darm oder über den großen Kreislauf erreichen. Aber auch die Erkennung und Elimination von Tumorzellen gehört zu ihren Aufgaben. Viele dieser Funktionen werden innerhalb des Körpers lediglich von der Leber wahrgenommen. Insofern ist ein Leben ohne Leber nur für wenige Stunden möglich.

 

 

 

Dieses Foto zeigt deutlich die Lebertumore

 

 

 

 

Galle

 

Pro Tag werden von der Leber kontinuierlich eine gelbbraune Flüssigkeit, der Galle, gebildet, die über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Wird keine Galle zur Verdauung benötigt, so ist der Schließmuskel an der Mündungsstelle in den Darm verschlossen. Dadurch staut sich die Galle zurück und gelangt über einen Verbindungsgang zur Gallenblase. Hier wird sie durch Wasserrückresorption eingedickt und bei Bedarf durch Anspannen der Muskelwand der Gallenblase portionsweise in den Darm abgegeben.

Die Galle (-nflüssigkeit) besteht – neben Wasser und Elektrolyten – aus Bilirubin, Gallensäuren, Cholesterin, Lezithin und anderen auszuscheidenden fettlöslichen Substanzen. Darüber hinaus werden über die Galle auch Zwischen- und Endprodukte des Stoffwechsels und etliche Hormone ausgeschieden.

Ein wesentlicher Gallenbestandteil ist das Bilirubin, das zum überwiegenden Teil aus dem Abbau der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) stammt. Der Abbau findet in den Zellen des Monozyten-Makrophagen-Systems von Milz, Knochenmark und Leber statt und führt über das grünliche Zwischenprodukt Biliverdin schließlich zum Endprodukt, dem gelblichen Bilirubin. Bilirubin ist wasserunlöslich und wird daher im Blut größtenteils an den Eiweißkörper Albumin gebunden transportiert. In dieser Form (indirektes Bilirubin genannt) erreicht es die Leber, wo es, abgetrennt von der Eiweißkomponente, in die Leberzellen aufgenommen wird. Die Leberzellen koppeln dann das Bilirubin an eine bestimmte Säure, die Glucuronsäure, wodurch es besser wasserlöslich wird. Anschließend wird es mit der Galle in den Darm ausgeschieden. Diese „gekoppelte“ Form des Bilirubins wird als direktes Bilirubin bezeichnet.

Im Darm unterliegt das Bilirubin schließlich durch die einwirkenden Darmbakterien weiteren Umbauvorgängen. Dadurch wird das Bilirubin zu den beiden folgenden Stoffen umgewandelt:

  • Sterkobilin. Dieser Stoff wird mit dem Stuhl ausgeschieden und verleiht ihm seine charakteristische bräunliche Farbe
  • Urobilinogen. Dieses ebenfalls im Darm entstehende Zwischenprodukt wird teilweise rückresorbiert und danach teils in der Leber weiter abgebaut, teils (insbesondere bei hohen Konzentrationen) mit dem Urin ausgeschieden.

Für die Fettverdauung und -resorption sind folgende Inhaltsstoffe der Galle von großer Bedeutung:

  • die Gallensäuren,
  • Lezithin und andere Phospholipide.

Die Gallensäuren werden in der Leber aus Cholesterin gebildet. Sie setzen die Oberflächenspannung zwischen Fetten und Wasser herab und ermöglichen damit eine sehr feine Verteilung der Fette im Darminhalt. Im Darm ballen sich die Fettpartikel mit den Gallensäuren spontan zu kleinsten Partikeln (Mizellen) zusammen. Sie bieten den fettspaltenden Lipasen eine gute Angriffsmöglichkeit zur Spaltung. Außerdem stellen diese Mizellen den notwendigen Kontakt zur Darmschleimhaut her, so dass die in ihnen gelösten Fettbestandteile von der Darmschleimhaut aufgenommen werden können.

Der Hauptanteil der Gallensäure wird im Darm recycelt und der Leber wieder zugeführt, die dadurch entlastet wird, weil sie nicht soviel von der Galle produzieren muss.

 

 

 

 

Niere

 

Obwohl die Nieren als Paar angeordnet sind, kann eine einzelne Niere die verschiedenen Funktionen voll übernehmen. Es ist also möglich, dass unsere Frettchen nur mit einem dieser beiden Organe leben.

Die wichtigste Funktion der Niere ist es, den Stoffwechselhaushalt konstant zu halten. Dazu gehören der Flüssigkeitshaushalt, der Gehalt an Salzen, so genannten Elektrolyten (Kalium, Natrium, Phosphor) und das Säure-Base-Gleichgewicht. Für viele Stoffwechselfunktionen ist es z.B. wichtig, dass die Zellen über genug Kalium verfügen oder das Milieu in der Zelle nicht zu sauer oder basisch ist.

Die Niere ist zudem das "Klärwerk" des Körpers. Sie hat die Aufgabe, Giftstoffe, Medikamentenreste und so genannte harnpflichtige Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure) aus dem Blut zu filtern. Diese werden anschließend mit dem Urin ausgeschieden. Würden sie im Körper verbleiben, käme es zu Vergiftungserscheinungen.

Die Niere ist weiterhin für die sehr komplexe Regulation des Blutdrucks zuständig. Die Aufrechterhaltung eines bestimmten Wertes ist für den Organismus sehr wichtig. Ist er zu niedrig, werden Organe eventuell nicht genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ist er zu hoch, werden auf Dauer die Blutgefäße und Organe geschädigt.

Der Blutdruck ist abhängig vom Gefäßwiderstand und vom Blutvolumen. Beides sind die "Stellschrauben" mit deren Regulation der Körper versucht, den Blutdruck innerhalb gewisser Normalgrenzen zu halten. Daran ist neben der Regulation der Natrium-Konzentration des Blutes u.a. auch das Hormon Renin beteiligt. Es wird von der Niere gebildet und stößt einen Mechanismus an, der zur Erhöhung des Blutdrucks führt.

Auch am Knochenstoffwechsel ist die Niere beteiligt: In der Niere gebildetes aktives Vitamin D3 (Kalzitriol) ermöglicht es dem Körper, Kalzium über den Darm aufzunehmen und in die Knochen einzulagern. Ausserdem produziert die Niere auch das Hormon Erythropoetin.

Entsprechend dieser Hauptaufgaben ist die Niere strukturiert: Sie besteht aus harnbildenden und harnableitenden Strukturen. Ganz außen liegt die Nierenrinde. Diese wird aus einer Vielzahl kleiner Funktionseinheiten, den so genannten Nierenkörperchen (Nephronen) gebildet.

Die Niere bildet zudem drei lebenswichtige Hormone:

1. Renin: Reguliert den Blutdruck und beeinflusst die Funktion der Nebennierenrinde.

2. Aktives Vitamin D3 (Kalzitriol): Wichtig für den Knochenstoffwechsel.

3. Erythropoetin: Regt die Bildung der roten Blutkörperchen an.

Für die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sind die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zuständig. Sie zirkulieren im Blut und nehmen den Sauerstoff in der Lunge auf und verteilen ihn anschließend im Körper. Die roten Blutkörperchen haben eine begrenzte Lebensdauer. Aufgrund ihrer wichtigen Funktion müssen sie daher ständig neu gebildet werden. Die Bildung erfolgt im Knochenmark und wird von der Niere reguliert. Sinkt der Gehalt an Erythrozyten im Körper stark ab, ist die Niere in der Lage, dieses wahrzunehmen. Sie bildet verstärkt Erythropoetin und schüttet dies aus. Das Hormon gelangt über den Blutstrom ins Knochenmark und regt dort die Bildung der roten Blutkörperchen an. So sichert diese Funktion der Niere letztendlich die körperliche Leistungsfähigkeit, denn ein Körper kann nur leistungsfähig sein, wenn er gut mit Sauerstoff versorgt ist.

 

  

Dieses Foto zeigt das Innenleben einer Niere

 

 

 

 

Nebenniere (Glanduluae suprarenalis)

Die Nebennieren sind kleine Drüsen und liegen auf dem Oberrand beider Nieren. Sie bestehen aus einem Nebennierenmark und einer Nebennierenrinde.

Der äußere Anteil, die Nebennierenrinde bildet so genannte Steroidhormone. Diese sind für die Regulation des Salzhaushaltes, Zuckerhaushalt, den Fettstoffwechsel zuständig, geben Vorstufen von Geschlechtshormonen in das Blut ab und sind somit für die Reaktion auf "körperlichen Stress" lebensnotwendig, Die Steuerung der Hormonbildung erfolgt teilweise durch die Hirnanhangdrüse  (Hypophyse).

Der innere Anteil des Organs, das Nebennierenmark produziert vor allem Adrenalin, daß bei der kurzfristigen Blutdruckregulation eine Rolle spielt.

Erkrankungen der Nebennieren können bezüglich der Hormonproduktion in Unter- und Überfunktionszustände eingeteilt werden.

Bei Frettchen tritt häufiger die vermehrte Produktion von Glucocorticoiden (Cortisol) in Folge von Nebennierentumoren auf und führt zum Cushing Syndrom. Kennzeichen sind eine dünne, leicht gerötete, schuppige kahle Haut, mit der Neigung zu "blauen Flecken" (Hämatomen). Außerdem stellt sich häufig Muskelschwäche (z.B. Herzmuskel) und im Endstadium völlige Kahlheit ein. Eine Operation, die aber ein hohes Risiko beinhaltet, da die linke Nebennierendrüse gewöhnlich von der Nebennierenlendenvene zur Bauchoberfläche hin überschnitten wird, kann Abhilfe schaffen.

 

 

 Ein Beispiel für Ein Frettchen mit Cushing Syndrom

 

 

 

 

Hypophyse

 

Die Hypophyse wird auch Hirnanhangdrüse genannt. Als Bindeglied fungiert der Hypothalermus. Daher ergeben sich wechselseitige Einflüsse, was folgendermaßen funktioniert :

Zellen im Hypothalamus empfangen Botschaften von den Gehirnzellen. Durch diese Botschaften wird der Hypothalamus veranlasst, Hormone in die Hypophyse auszuschütten. Die Hypothalamushormone wiederum bewirken eine verstärkte oder verminderte Ausscheidung von Hormonen der Hypophyse. Die Steuerung dieses Mechanismus verläuft entweder auf nervalem Wege, über das vegetative Nervensystem, oder über Hormone, die über den Blutkreislauf transportiert und verteilt werden. Deshalb ist der Hypothalamus ein Bindeglied zwischen dem Nervensystem und dem Hormonsystem.

Die Hypophyse ist ein kleines Organ. Sie besteht aus zwei Teilen, dem Hypophysenvorderlappen und dem Hypophysenhinterlappen. Der Hypophysenvorderlappen wird auch Adenohypophyse und der Hypophysenhinterlappen Neurohypophyse genannt.

Die Hypophysenhinterlappen bildet selbst keine Hormone. Er ist ausschließlich Lager- und Abgabeorgan für die Effektorhormone, die im Hypothalamus gebildet werden. Anatomisch gesehen besteht der Hypophysenhinterlappen ausschließlich aus den Axonen der zwei Kerngebiete des Hypothalamus, die die Effektorhormone bilden. So ist der Hypophysenhinterlappen eindeutig ein Anhängsel des Nervensystems und keine endokrin tätige Drüse. Der Grund, warum der Hypothalamus nicht selbst die Effektorhormone in den Blutkreislauf abgibt, anstatt sie im Hypophysenhinterlappen zwischenzulagern, liegt in der Blut-Hirn-Schranke. Die Hypophyse ist der einzige Bereich des Zentralen Nervensystems, bei dem die Blut-Hirn-Schranke nicht wirksam ist. Würde der Hypothalamus die Effektorhormone freisetzen, so würden sie sozusagen im Interstitium "stecken bleiben" und nicht in den allgemeinen Blutkreislauf gelangen.

Der Hypophysenvorderlappen bildet eine Vielzahl von Hormonen. Die Produktion dieser Hormone wird von den Steuerhormonen des Hypothalamus gehemmt oder gesteigert. Die Hormone des Hypophysenvorderlappens können glandotrope Hormone sein, die untergeordnete Hormondrüsen steuern, oder Effektorhormone, die direkt an den Zielzellen wirken.

Zu den wichtigsten glandotropen Hormonen gehören:

  • TSH oder Thyroidea-stimulierendes Hormon. TSH regt die Schilddrüse zur Freisetzung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 an. Außerdem fördert TSH die Teilungsfrequenz der Schilddrüsenzellen. Das wirkt sich vergrößernd auf die Schilddrüse aus.
  • ACTH oder Adrenokortikotropes Hormon. ACTH regt die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Kortisol an.

 

 

 

 

Milz

 

Die Funktion der Milz ist noch nicht bis in jede Einzelheit geklärt. Als sicher gilt aber:

  • Die Milz speichert Thrombozyten. Von dort aus werden sie bei einem erhöhten Gebrauch, z. B. bei einer Blutung, ausgeschüttet. Thrombozyten spielen eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung.
  • Die Milz kann Gerinnungsprodukte, z. B. kleine Thromben (Blutgerinnsel) erkennen und abbauen.
  • Die Milz kann überalterte Blutzellen erkennen. Sie filtert sie aus dem Blut und baut sie ab.
  • Die Milz ist Produktionsstätte von Makrophagen. Bis zu 30 Prozent der Makrophagen werden hier aus den Monozyten gewonnen.
  • Die Milz speichert bis zu 30 Prozent der im Körper befindlichen Lymphozyten.

Bei Frettchen konnten bisher Erkrankungen wie : vergrößerte (arg entartete) Milz und Milzbrand, eine meldepflichtige Tierseuche. Milzbrand erkrankte Tiere werden wegen der Gefahr der Weiterverbreitung der Erkrankung nicht behandelt. Sie werden getötet und komplett unschädlich beseitigt.

 

 

 

 

Schilddrüse

 

Die relativ kleine Schilddrüse zeichnet sich für viele, äußerst wichtige Vorgänge im gesamten Stoffwechsel-, Regulations- Hormonbildungs- und Abwehrsystem verantwortlich. So wird z. B. die Geschwindigkeit der Energieumwandlung der aufgenommenen Nahrung und die Art und Weise, wie die gewonnene Energie umgesetzt wird, geregelt. Dabei bildet die Schilddrüse die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin und gibt sie Bedarfsweise in den Blutkreislauf ab.

Das mangelhafte Funktionieren oder das Fehlen der Schilddrüse hat weit reichende Folgen. Die Unterversorgung der Schilddrüse hat fast immer, wegen der fehlerhaften Energieausbeute des Stoffwechsels, starke Gewichtszunahme, Energiemangel und eine Art Trägheit zur Folge. Andererseits zeigt sich die Überfunktion der Schilddrüse mit Gewichtsverlust, Nervosität, zum Teil auch mit Schlafstörungen, erhöhte Schweißabsonderungen und Reizbarkeit. Herzschäden treten oft parallel auf.

Von der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, bekommt die Schilddrüse ihre "Befehle" zu den unterschiedlichsten Aufgaben. So lange diese "Befehle" erforderlich sind, ist die Hypophyse mit anhaltender "Befehlserteilung" aktiv, wobei sie viele "Befehle" gleichzeitig erteilen kann. Hat die Schilddrüse ihre Aufgabe den Anforderungen entsprechend erledigt, macht sie eine entsprechende "Meldung" an die Hypophyse. Ist die"Meldung" korrekt eingegangen und eine weitere Aktivität (z. B. eine bestimmte Hormonproduktion) nicht mehr erforderlich, wird der "Befehl" nicht mehr erteilt und die Schilddrüse stellt die entsprechende Aktivität ein. So ähnlich funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Hypophyse und Schilddrüse im Normalfalle. Leidet die Schilddrüse an einer Unterfunktion bekommt sie so lange "Befehle" von der Hypophyse, bis die Aufgabe endgültig als erledigt "gemeldet" wird. Dies zieht unweigerlich eine Vergrößerung der Schilddrüse nach sich, einer Kropfbildung (Struma). Die Ursachen einer Unterfunktion (Hypothyreose) liegen in seltenen Fällen in der Hypophyse, meist an der Schilddrüse selbst, weil diese permanent mit zu wenig Jod versorgt wird.

Symptome der Unterfunktion:

  • Gewichtszunahme bei normalem Essverhalten
  • niedrige Körpertemperatur, häufiges Frieren
  • langsamer Puls, niedriger Blutdruck
  • Trägheit, Leistungsminderung, Schläfrigkeit
  • Verstopfung
  • Depressionen, geschwächtes Immunsystem, Antriebsarmut
  • Erhöhte Cholesterinwerte

Ursache kann z.B. eine angeborene Überfunktion sein, oder eine Autoimmunerkrankung wobei sich das Schilddrüsengewebe durch körpereigene Antikörpern selbst zerstört.

Symptome der Überfunktion:

  • Gewichtsabnahme, verstärktes Hunger- und Durstgefühl
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Schnellerer Puls, Herzrasen
  • Schlaflosigkeit, Nervosität, schnelle Erregbarkeit
  • Häufigerer Stuhlgang oder Durchfall
  • Schwäche der Muskulatur

Ursache kann z.B. ein Autonomes Adenom sein. Dabei arbeiten Einige Zellen der Schilddrüse auch bei gesunden Organismen "anarchistisch", also unter eigener Regie. Kommen gerade diese Zellen bei der Vergrößerung der Schilddrüse zur Teilung, entsteht ein (bzw. viele) "heiße Knoten".

Der Kropf, die häufigste Störung der Schilddrüse, ist eine Schwellung und Vermehrung von Schilddrüsengewebe. Ursache ist ein Jodverwertungsproblem. Kann die Schilddrüse nicht genügend Jod aufnehmen, so stehen der Schilddrüsenzellen als Produktionsorte der Hormone unter Stress. Die Schilddrüse versucht durch Vermehrung der Zellen mehr Schilddrüsenhormone produzieren. Eine Struma bildet sich aus, wobei anfangs die Schilddrüsenhormonwerte im Blut in der Regel noch im Normalbereich liegen. Durch Jodgabe kann sich eine erst kürzlich entwickelte Struma wieder zurückbilden. Länger bestehende Kröpfe sind schwerer zu beeinflussen.