Sinnesorgane

 

Frettchen sind, wie ihr wilder Vorfahr der Iltis, eher den dämmerungs- und nachtaktiven Tieren zu zuordnen , deshalb spielen die Augen bei Frettchen nur eine untergeordnete Rolle. Es wird angenommen das die Tiere nur sehr schlecht wenn überhaupt farbig sehen können, weil sie nur sehr wenig Zapfen, im Vergleich zum menschlichen Auge, in den Netzhäuten haben. Jedoch sollen sie angeblich die Farbe Rot erkennen können.

 

Jedoch ist ihr Gesichtsfeld auf die schnelle Bewegung ihrer potentiellen Beutetiere ausgerichtet, damit lässt sich auch begründen, warum Frettchen mitunter heftig zuschnappen, wenn zappelnde Finger oder Füße vor ihrer Nase sind. Sie folgen dann nur ihrem natürlichen Instinkt.

 

Im Gegensatz zum Sehsinn spielen Geruchs- und Tastsinn eine tragende Rolle. Gerade der Geruchssinn ist nicht nur bei der Suche nach Futter und Partnern für die Paarung sehr hilfreich, sondern auch bei der Orientierung, Einordnung der sozialen Rangstufe von Artgenossen und dem Erkennen von Freund und Feind.


Die Tasthaare der Frettchen befinden sich am Kopf, besonders auf der Oberlippe und über den Augen. Dies sind ständig in Bewegung und helfen den Tieren bei der Orientierung. Vor allem in der Dunkelheit oder bei Erblindung sind die Tasthaare unverzichtbare Hilfsmittel, um sich gefahrenfrei zu  bewegen und Entfernungen abschätzen zu können. Daher dürfen sie nie gestutzt oder gar komplett gekürzt werden.

 

Frettchen haben einen gut ausgebildeten Geschmackssinn., was wir als Halter besonders gut bei dem Versuch sie an eine neue Futtersorte zu gewöhnen, beobachten können.  Mit seiner Hilfe können giftige Fremdstoffe in der Nahrung registriert und gemieden werden. Dafür reichen sogar geringe Veränderungen im Futter (z.B. bei gleicher Nassfuttersorte aus unterschiedlichen Herstellungsländern, was bei großen Konzernen der Fall sein kann) , um von einem Frettchen als bedrohlich eingestuft zu werden. Dies gilt vor allem für Stoffe, mit denen die Tiere bereits einmal negative Erfahrungen gesammelt haben.


Das Gehör steht an zweiter Stelle der Sinnesleistungen der Frettchen. Untereinander verständigen sich die Tiere mit  Tönen im Bereich der Hochfrequenzen, die außerhalb unseres Hörvermögen liegen. Dabei ist die akustische Verständigung der Tiere untereinander fast so bedeutend wie diejenige über Gerüche.

Verlassenheitsrufe nestjunger Frettchen, aggressive Kampfrufe und Beschwichtigungs- und Paarungssignale können differenziert ausgesendet und wahrgenommen werden. Frettchen sind in der Lage, sogar schwächste Schallquellen aus ihrer Umgebung einzufangen.

Da sich Frettchen untereinander (außerhalb der menschlichen Sinnesleistungen) verständigen können, liegt der Verdacht nahe, dass das die Erklärung dafür sein könnte, warum manche  Frettchen sich auf Anhieb sympathisch sind und sofort miteinander spielen und andere,  sonst friedliche Tiere, übereinander herfallen und kämpfen.