Sehvermögen

 

  
Da man bei Frettchen immer mal wieder mit der Problematik der Blindheit oder auch Augenverletzungen und -erkranungen konfrontiert wird, haben wir uns daran gemacht um Informationen zu diesem Thema zusammen zu tragen. Da wir leider im deutschsprachigen Raum nicht fündig wurden, mussten wir auf amerikanische Seiten  zurückgreifen und die Texte übersetzen. Unsere Recherchen brachten folgende Ergebnisse:

 

 

Wie gut können Frettchen sehen ?

In einer Reichweite von ca. 20 cm - 40 cm können unsere Frettchen ihr Umfeld sehr klar und scharf erkennen. Frettchen haben auf dieser Distanz eine bessere Sehschärfe als das Katzenauge und das menschliche Auge, aber sie ist schlechter als das von Kleinnagern. Jedoch haben sie einen "toten Winkel" direkt vor ihrer Nase, daher riechen sie z.B. Wasser welches direkt unter ihrem Schnäuzchen ist eher, als dass sie es sehen. Auch die Fernsicht ist nicht besonders gut ausgeprägt. So erkennen sie zwar, wenn sie zu uns aufblicken, dass wir ein Gesicht haben, aber die genauen Details bleiben ihnen verborgen.

Diese enorm gute Sehschärfe auf kurze Distanz dient dem Frettchen zur Kommunikation mit seinem Artgenossen, da es über ein gewisses Repertoire an Körpersprache verfügt und diese nonverbale Ebene einsetzt um seinem Gegenüber etwas mitzuteilen. Schließlich kennt jeder Frettchenhalter die so genannte "Flaschenbürstenrute", das Wedeln mit der Rute bei höchster Erregung, den wilden "Kriegstanz", wo sie rückwärtslaufend mit dem Mäulchen in die Luft schnappen, oder durch den "Teppich pflügen" und vieles mehr. 

Frettchen haben ein "binokular" (beidäugiges) oder auch "stereoskopisches" (räumliches) Sehvermögen .

 

             
 d.h. beide Augen sind nach vorn gerichtet und erzeugen von einem Gegenstand zwei perspektivisch verschiedene Bilder. Durch Verrechnung der beiden Bilder im Gehirn wird dort ein räumliches Bild wahrgenommen.

 

 

Das Auge des Frettchens ist seitlich am Kopf platziert, wodurch es ein größeres Sichtfeld als z.B. der Mensch hat. Aber der Blickwinkel veränderte sich im Zuge der Domestikation im Verglich zum Iltis, da die Augenhöhlen sich tiefer in den Schädel verlagert haben. Ferner sind Frettchen in der Lage das Sichtfeld zu verändern (durch Bewegung des Augapfels in der Augenhöhle)  um unterschiedliche Objekte betrachten zu können. Aber in der Regel drehen sie lieber den gesamten Kopf zum Objekt.

 

 

Die Bereiche des Frettchenauges

Das Auge des Frettchens ist dem menschlichen Auge sehr ähnlich. An der Außenseite sehen Sie eine „Augenbraue“, die aus 8 Tasthaaren besteht, welche es dem Frettchen ermöglichen, Objekte wahrzunehmen, die das Auge von oben treffen könnten. Die menschlichen Augenbrauen sind viel kürzer, weil wir unsere Augenlider zum Schutz des Auges verwenden. Frettchen haben extrem kurze Augenlider. Im Augenwinkel befindet sich der Bereich der Nickhaut (inneres Augenlid). Frettchen haben ein äußeres Augenlid, das einen Großteil des Augenweiß (Sclera) bedeckt. Das, was wir sehen ist die Iris (farbiger Bereich) und die Pupille. Die Iris und die Pupille sind für gewöhnlich so dunkel, dass es schwierig ist, die Unterschiede zu sehen.

Die schützende Schicht über der Iris und der Pupille ist die Hornhaut (Cornea). Das Licht durchdringt die klare Hornhaut und die Linse darunter und trifft auf die dahinter liegende Netzhaut (Retina). Spezielle visuelle Rezeptoren in der Netzhaut, sog. Stäbchen und Zäpfchen, leiten Information zum Augennerven und weiter zum Gehirn. Auf diese Weise sehen Frettchen (und Menschen).

 

 

Wie sieht ein gesundes Auge aus?
Ein Frettchenauge sollte im Widerschein des Lichtes klar und schimmernd sein ohne sichtbare Eintrübungen (weißliche Gebiete). Es sollten keine Risse und Ausscheidungen vorhanden sein. Der Bereich um die Augen sollte frei von Rückständen oder Verkrustungen in den Augenwinkeln sein. Das innere Augenlid sollte nicht sichtbar sein, ausgenommen in der äußersten Ecke des Auges. Die Augen sollten auch gleich groß sein. Die Ursache jedes festgestellten Problems sollte durch einen Tierarzt abgeklärt werden.

 


Augenfarben

Die Iris eines Frettchens ist normalerweise dunkelbraun (bei Zobel), burgunderrot (dunkeläugige Weiße, Lohfarbene oder Pandas) oder rot (Albinos). In selten Fällen haben Frettchen blaue Augen (gewöhnlich lohfarbene Frettchen). Die roten Augen eines Albinos sind nicht wirklich rot, sondern tatsächlich klar und ohne Pigmente. Das, was als rote Farbe erscheint, ist in Wirklichkeit das durchschimmernde Blut.

 

 

Sehvermögen der Frettchen: Wie gut sehen Frettchen?
Studien haben ergeben, dass Frettchen sehr unterschiedlich in ihrer Fähigkeit sind, Höhen und Tiefen wahrzunehmen. Bei den meisten Frettchen ist diese Fähigkeit untertentwickelt und sie würden frank und frei und ohne zu zögern über eine Tischkante, den Rand eines Bücherregals oder über ein Kliff treten.

Daher ihr Umfeld (Lebensraum) so sicher gestaltet sein,  dass sie nicht auf hohe Objekte klettern und herunterfallen können. Auf der anderen Seite gibt es einige Frettchen, die wie ihre wilden Vettern Höhenangst haben und von Tischkanten wegkrabbeln und sich sehr unwohl fühlen, wenn sie auf Ihrer Schulter sitzen, es sei denn, sie fühlen eine unterstützende Hand.

 


Sehen im Dunkeln: Die Augen meines Frettchens leuchten

Die Augen eines Frettchens arbeiten am besten im Zwielicht oder in der Abend- oder Morgendämmerung. Dieses Phänomen ist vermutlich ein Überbleibsel seiner Iltisvorfahren vor Tausenden von Jahren. Iltisse sind dämmerungsaktiv und jagen ihre Beute bevorzugt in der Abend- und Morgendämmerung. Frettchen sehen nicht sehr gut bei totaler Dunkelheit und sie haben Schwierigkeiten, sich an sehr helles Licht anzupassen. Jedenfalls ist ihre Fähigkeit im Zwielicht  zu sehen besser ausgeprägt als die von uns Menschen. Es sieht aus, als würden Frettchenaugen in der Dunkelheit leuchten. Tatsächlich produziert das Auge nicht selber Licht, vielmehr hat es die Fähigkeit , selbst sehr niedrige Lichtmengen zu reflektieren.

 

             
Ein physikalisches Gesetz sagt, dass helle Dinge Licht reflektieren und dunkle Licht absorbieren.. Das gleiche gilt für die Augen. Sie wollen gut im dunkeln sehen, also brauchen Sie dunkle Augen.. Frettchen bewegen sich unter der Erde und haben deshalb kleine Augen (das ist gut um den Schmutz raus zu halten, Augenverletzungen durch z.B. kämpfenden Ratten auf ein Minimum zu reduzieren und im Dunkeln sind sie ohnehin ziemlich nutzlos).  Sie sehen nur in Abstufungen von grau, weil Stäbchen sehr viel empfindlicher auf Licht reagieren als Zäpfchen (tatsächlich können sie noch etwas rot sehen). Der reflektierende Teil der Netzhaut wirft das Licht wieder zurück, so dass das selbe Lichtteilchen das selbe Stäbchen zweimal stimuliert, somit eine Doppelstimulation bewirkt und seine Fähigkeit, in der Dunkelheit zu sehen, enorm erhöht. Ohnehin sehen sie am besten, was direkt vor ihrer Nase ist. Sie müssen die Ratte nicht auf der anderen Straßenseite sehen, sondern lediglich im Tunnel, nur einige Zentimeter vor ihnen.

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Vergleichbar mit den Augen von Katzen und Pferden, haben auch Frettchenaugen ein „tapetum lucidum“, welches eine reflektierende Schicht an der rückwärtigen Seite der Netzhaut (Retina) ist, die selbst die geringste Menge Licht auf die Stäbchen und Zäpfchen lenkt. Diese zusätzliche Reflexion ermöglicht Frettchen eine effektivere Sehschärfe bei geringen Lichtverhältnissen.Die Augen eines Frettchens können in unterschiedlichen Farben „glühen“. Zum Beispiel leuchten die roten Augen eines Albinofrettchens meist in einem hellen Pink-Grün. Die Augen von Frettchen mit burgunderroten, hellroten oder blauen Augen glühen rot. Die Augen von braunäugigen Frettchen leuchten grün oder gelb. In Ausnahmefällen gibt es Frettchen, deren eines Auge grün und das andere rot leuchtet!Ein anderer Grund warum Frettchen so gut bei geringen Lichtverhältnissen sehen können, liegt in der Form ihrer Pupille. Menschen haben eine runde, Frettchen eine schlitzförmige Pupille. Geschlitzte Pupillen erlauben eine bessere Wahrnehmung der Seitenbereiche und machen Objekte in schlechten Lichtverhältnissen besser sichtbar. Katzen haben ebenfalls geschlitzte Pupillen, nur sind die Pupillen einer Katze vertikal geschlitzt, die eines Frettchens horizontal. Dieser Unterschied liegt darin begründet, dass Katzen Beute jagen, die ihr Blickfeld horizontal kreuzen, während Frettchen durch Objekte angezogen werden, die vertikal auf- und nieder hüpfen. Ein auf- und nieder springender Ball ist für Ihr Frettchen sehr viel interessanter als für Ihre Katze! Die geschlitzte Pupille gleicht die Kurzsichtigkeit etwas aus. Obwohl Ihr Frettchen auf die Entfernung nicht viele Details erkennen kann, nimmt es doch Bewegungen sehr wohl wahr. Wenn Sie also still stehen, wird Ihr Frettchen sie über die Distanz eines Raumes hinweg nicht sehen, sobald sie sich bewegen, aber sehr wohl!
 

 

Kann mein Frettchen Farben sehen?
Untersuchungen an wilden Iltissen haben ergeben, dass Iltisse zwischen rot und blau unterscheiden können und sowohl gelb als auch grün erkennen können. Indessen hat sich im Laufe der Evolution beim domestizierten Frettchen die Fähigkeit Farben zu sehen verringert. Verschiedene Studien haben ergeben, dass Frettchen nur rot erkennen können; alles andere sind nur verschiedene Abstufungen von grau. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da das Frettchen nicht so sehr auf seine Sehkraft angewiesen ist, wie auf die anderen Sinne, und Farbe ist kein wichtiger Bestandteil beim Sehen in geringen Lichtverhältnissen. Sie müssen sich also keine Mühe machen, die Lieblingsfarbe Ihres Frettchens auszuwählen, wenn sie ihm eine Hängematte kaufen

 


Der Lebenszyklus eines Frettchenauges

Das Auge eines neugeborenen Frettchens hat nur 25% der Größe eines Erwachsenenauges. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Frettchenwelpen im Alter von 30 – 38 Tagen ihre Augen öffnen, haben sie nur die 60 %ige Größe von einem Erwachsenenauge. Interessanterweise ist es so, dass Frettchen, die von Geburt an berührt werden, ihre Augen früher öffnen. Bis zum Alter von 3 Monaten haben die Augen ihre volle Erwachsenengröße erreicht. Diese langsame Entwicklung zeigt, dass das der Gesichtsinn für ein Frettchen nicht so eine große Bedeutung hat wie die anderen Sinne, z.B. Geruchssinn, Tastsinn und Hörvermögen. Der Rückgriff auf die anderen Sinne ist vorteilhaft, weil viele Frettchen im Alter ihr Sehvermögen verlieren und dann trotzdem gut zurecht kommen.

 

 

Blindheit und Sehprobleme bei Frettchen
Blinde Frettchen sind nicht selten. Frettchen können ihr Augenlicht schon in jungen Jahren durch Krankheit oder auch Medikamenteneinfluß verlieren. Frettchen können ihr Augenlicht auch durch Unfälle einbüßen. Stichwunden, Kratzer auf der Hornhaut (Cornea) und luxierende (verrenkte) Linsen können bei Ihrem Frettchen zu einem Sehverlust auf einem oder beiden Augen führen. Ältere Frettchen beginnen, genau wie Menschen, ihr Augenlicht zu verlieren, und es kann sein, dass sie zum Ende ihres Lebens völlig erblindet sind. Diese Blindheit ist gewöhnlich vom grauen Star (Cataract) verursacht.Albinofrettchen leiden oftmals unter Schielen, welches ihre Sehfähigkeit einschränkt. Hinzu kommt, dass Albinofrettchen häufig an einer Missbildung leiden dahingehend, dass widersprüchliche Signale vom Auge zum Gehirn gesendet werden, was eine Unterbrechung des beidäugigen Sehens nach sich zieht und eine Fehlverarbeitung der visuellen Stimuli. Sogar farbige Frettchen können diese albinoeigene Missbildung aufweisen, weil viele farbige Frettchen (besonders zimtfarbene, dunkeläugige weiße und Pandas) Albinogene haben. Manche Frettchen werden mit Aphacy (fehlender Linse), Mikcrophacy (kleinen Linsen) oder Microphthalmos (verringerter Augengröße) geboren. Frettchen mit kleine Augen oder Augen unterschiedlicher Größe können oftmals diesen angeborenen Defekt haben. Mit diesen Frettchen sollte nicht gezüchtet werden. Trotz Blindheit oder genetischer Sehprobleme scheinen Frettchen kein großes Problem mit dem Verlust ihrer Sehfähigkeit zu haben. Manchen Menschen fällt nicht einmal auf, dass ihr Frettchen blind ist. Frettchen lernen leicht ihren Weg im Käfig und Haus, indem sie sich erinnern, wo Objekte stehen und welcher Abstand zwischen ihnen besteht. Es kann sein, dass Sie die Blindheit Ihres Frettchens lediglich dann bemerken, wenn Sie ein neues Möbelstück kaufen oder eine bis dahin immer offene Tür schließen. Dann können Sie feststellen, dass Ihr Frettchen an das neue Stück rempelt oder vor die verschlossene Tür prallt. Blinde Frettchen, die sich in neuer, ungewohnter Umgebung befinden, werden an den Wänden entlanggehen und die Strecke mit ihrer Nase und den Tasthaaren erkunden und somit schnell ihren Weg gelernt haben. In Haushalten mit mehreren Frettchen, verhalten sich sehende Frettchen dem blinden Frettchen gegenüber oftmals wie ein „Blindenfrettchen“.

 


Allergien und Augeninfektionen

Hat Ihr Frettchen tränende, wässerige Augen? Ein klarer Ausfluss kann eine Allergie anzeigen. Frettchen haben ein empfindliches Atmungssystem und Stoffe, die die Frettchenlunge reizen, können auch die Frettchenaugen reizen. Der am häufigsten vorkommende Auslöser für Allergien ist in der Frettchentoilette zu finden. Vermeiden Sie Einstreumaterial mit Lehmanteilen oder jegliches Einstreumaterial mit hinzugefügten Duftstoffen. Viele Frettchen reagieren allergisch auf Zedernspäne und manche auf Nadelholzspäne. Falls Sie Holzspäne verwenden müssen, so halten Sie sich an Espenholzspäne. Eine andere verbreitete Quelle für Allergien liegt in Raumlufterfrischern, die von Menschen gern verwendet werden, um den Frettchengeruch zu überdecken. Sprays, Teppichpuder und gelartige Luftverbesserer können beim Frettchen Augentränen hervorrufen. Verwenden Sie lieber Geruchsneutralisierer anstelle von Raumlufterfrischern und vermeiden sie jegliche Art von Teppichpuder. Zigarettenrauch ist ebenfalls für Allergien verantwortlich. Vermeiden Sie, dass Ihr Frettchen passiv raucht. Augenausfluss (klebriger als Tränen, weißlich, gelb oder grün) oder geschwollene Augen können eine Infektion anzeigen. Die Infektion kann sich im Auge befinden oder ein Symptom für eine Infektion an einer anderen Stelle im Körper sein. Erkältungen und Husten können diesen Ausfluss verursachen. Ihr Frettchen kann auch eine Bindehautentzündung haben oder eine infektiöse Hornhautentzündung (rote Augen). Im schlimmsten Fall kann es sich bei eitrigen Absonderungen des Auges um das Anzeichen von Staupe handeln. Stellen Sie sicher, dass Ihr Frettchen ausreichend gegen Staupe geimpft ist. 
 

             
Falls Sie eitrige Absonderungen am Auge Ihres Frettchens feststellen, obwohl sie alle allergieauslösenden Faktoren beseitigt haben, suchen Sie Ihren Tierarzt auf. Ihr Frettchen könnte ein Antibiotikum oder besondere Augentropfen benötigen.

 

 


Augenverletzungen

Tränende Augen können auch ein Zeichen für einen Fremdkörper im Auge sein (Staub, ein Stück Teppichfaser oder eine Fellsträhne). In diesem Fall wird das Frettchen blinzeln oder versuchen, ein Auge geschlossen zu halten. Falls sie etwas im Auge Ihres Frettchens sehen, versuchen sie es mit einer milden Kochsalzlösung, die zur Reinigung von weichen Kontaktlinsen benutzt wird, auszuspülen. Stochern Sie nicht mit dem Finger oder anderen Instrumenten im Auge herum in der Absicht, den Fremdkörper herauszuziehen. Letztendlich können tränende Augen auch eine leichte Verletzung des Augen anzeigen wie z.B. einen Kratzer auf der Hornhaut durch ein Versehen beim Spielen oder einen Fremdkörper.
  

             
Ihr Tierarzt kann (sollte) Augentropfen oder Augensalbe verschreiben, die die Reizung lindern und die Heilung beschleunigen.


 

Frettchen können manchmal ernsthafte Augenverletzungen erleiden. Dies kann grauen Star (Cataract) oder luxierende Linsen (was weiter unten näher erläutert wird) zur Folge haben. Stichverletzungen des Augen können unbeabsichtigt durch abstehende Käfigdrähte, hervorstehende Nägel in Kratzbrettern oder andere spitze Objekte entstehen. Gewissenhafte Frettchensicherung des Heimes ist lebenswichtig für Ihr Frettchen. Trotzdem können Unfälle passieren. Frettchen können Risse am Auge erleiden etwa durch das Spielen mit einer Katze. Ich besitze ein Frettchen, das sich eine Stichverletzung am Auge durch ein Kleinkind zugezogen hat, das mit einer Gabel hantierte. Wenn Stich- oder Schnittverletzungen am Auge vorliegen, fließt die Augenflüssigkeit im Augapfel aus. In einigen Fällen wird das Auge heilen aber die Augenflüssigkeit wird nicht „nachwachsen“. Das Auge wird viel kleiner sein und durch das Narbengewebe weißlich aussehen und die Nickhaut wird stärker sichtbar werden. In anderen Fällen muss das Auge entfernt werden und Ihr Tierarzt wird das Augenlid über die leere Augenhöhle nähen.

 


Andere Augenkrankheiten und Probleme

Grauer Star (Cataract) ist bei Frettchen ein weit verbreitetes Problem. Wenn die Augenlinse trüb wird, lässt sie noch etwas Licht hindurch aber keine visuellen Bilder. Grauer Star ist üblich, wenn Frettchen älter werden, aber auch der jugendliche graue Star kann bereits bei Welpen auftreten. Grauer Star in der Jugend ist oftmals ererbt. Einige Augenverletzungen können bewirken, dass die Linse Narbengewebe ausbildet, das wiederum einen grauen Star bildet. Ein anderes Problem, das bei Frettchen auftauchen kann, ist das der luxierenden (verrenkten) Linse. Dies passiert, wenn sich die Augenlinse in eine unnormale Position verschiebt. Ein Stoß vor das Auge kann das Band (Ligament), das die Linse an ihrem Platz hält, verletzt haben. Die verschobene Linse kann sich eintrüben. Die Behandlungsmöglichkeiten sind Operation, um die Linse an ihren Platz zurückzubringen (meist sehr kostspielig), Augentropfen, um den Druck zu lindern, oder eine Entfernung des Auges. Frettchen können auch an Wachstum von Gewebe in und um das Auge leiden. Eine pigmentäre Hornhautentzündung (Keratitis) kann auftauchen, wenn Pigmentflecken im Auge abgelagert werden, die schließlich zur Blindheit führen. Die Ursache solcher Pigmentablagerungen ist unbekannt. Gewebeneubildungen innerhalb des Auges (Augentumoren) sind bei Frettchen festgestellt worden; einige dieser Gewebeneubildungen sind Krebstumore gewesen. Eher verbreitet sind Tumoren um das Auge herum, wie etwa Zelltumore und Talgdrüsentumore auf dem Augenlid.Netzhautprobleme können bei Frettchen ebenfalls auftreten. Es wird berichtet, dass Frettchen an grünem Star (Glaukom) leiden können, was eine Veränderung des Augeninnendrucks darstellt. Ein verbreitetes Symptom beim grünen Star ist ein größeres oder hervorstehendes Auge. Die Hornhaut kann trüb werden und eine Schädigung der Hornhaut kann eintreten. Netzhautschädigungen können auch vorkommen, wenn das Frettchen eine Erkrankung, wie z.B. Staupe, Toxoplasmose und Bakterieninfektion durchgemacht hat. Die Ernähung kann hinsichtlich der Augengesundheit ebenfalls eine Rolle spielen. Unterversorgung mit Vitamin A oder Taurin können ebenso, wie Verstrahlungen, Anämie (Blutarmut) und Vergiftungen (Farnkraut) zu Netzhautdegeneration führen.

 

 

Ein Schlusssatz zu den Augen
Die Augen Ihres Frettchens mögen Ihnen als der ausdrucksstärkste Teil seiner selbst erscheinen. Menschen fühlen sich von den Augen anderer sehr angesprochen. Zur Erinnerung sei gesagt, dass es für Frettchen nicht so sehr wichtig ist, was sie sehen, als vielmehr was sie riechen, fühlen und hören. Wenn Sie also in die wundervollen Augen Ihres Frettchens blicken, dann halten Sie auch Ausschau nach Zeichen für Gesundheitsprobleme, da die Augen ein wichtiger Indikator für das Befinden Ihres Frettchens sind. Hoffentlich haben Ihre Frettchen glänzende und leuchtende Augen, die Ihnen zeigen wie glücklich und gesund sie sind.
 


 

Wir bedanken uns :

               
   

        bei der Autorin

   
     bei der Übersetzerin
   

     Erika Matulich  Ph. D.         

   

    Volume 1 , Number 4

   

    July / August 1998

   
   

    Claudia Beißner

   

    Hagener Str. 10

   

    D 33647 Bielefeld

   

    August 2005