Durchfall

- und mögliche Ursachen

 

Gerade Frettchen neigen besonders zu Durchfallerrankungen, die verschiedene Ursachen haben können. Zur Analyse sollte man zunächst bedenken, dass Frettchen:

 

  • einen "einfachen" Magen haben, der sich riesig ausdehnen kann, um große Futtermengen aufzunehmen.
  • einen kurzen Dünndarm haben (Er ist ungefähr 182 - 198 cm lang). Woher bei einem erwachsenen Tier die kurze Verdauungszeit von 3 - 4 Stunden resultiert.
  • in den Eingeweiden lediglich über einfach strukturierte Verdauungsenzyme (Bakterien) verfügen.

 

Daher ist es sehr wichtig, dass man als Halter besonders auf die Gabe von frischem und unverdorbenem Futter achtet. Dass man auch ihre "Futter-Bunker-Plätze regelmäßig kontrolliert und die eingelagerten Speisen entsorgt. Aber auch die artgerechte Fütterung trägt zum Wohlbefinden des Magen - Darmtrakts bei.

 

Ferner sollte man :

  • spätestens am 3. Tag (lieber eher) seinen Tierarzt mit dem kranken Frettchen aufsuchen und möglichst eine Kotprobe zur Untersuchung mitnehmen.
  • immer bedenken, dass der hohe Flüssigkeitsverlust (was bei einer Durchfallerkrankung der Fall ist) im Organismus des Frettchen eine Herabsetzung der lebensnotwendigen Elektrolyte beinhaltet.
  • beachten, dass das Frettchen durch den hohen Flüssigkeitsverlust sozusagen "austrocknet", was unter anderem auch zu einer Schädigung oder gar Versagen der Nieren führen kann.

 

 

Einfache Prüfung ob ein Frettchen "ausgetrocknet" ist :

Zu diesem Zweck greift man mit Daumen und Zeigefinger ein Hautfalte Zwischen den Schulterblättern des Tieres und zieht diese leicht hoch und löst den Griff.. Spannt sich nun sofort wieder das Gewebe in die ursprünglich Form zurück, so ist alles in Ordnung, dauert dieser Vorgang einige Zeit oder bleibt gar ein kleine Hautfalte stehen, so ist ein Tierarztbesuch in den nächsten Stunden empfehlenswert um den Sachverhalt von ihm überprüfen zu lassen und das Frettchen evtl. subkutan mit einer Nährstofflösung zu versorgen.

 

Stress

Frettchen reagieren auf Stresssituationen (z.B. lange Reisen, neuer Partner, Revierwechsel usw.) sehr leicht mit breiigem Kot oder gar Durchfall. In der Regel normalisiert es sich binnen 24 Stunden, sofern die äußeren Einflüsse von dem Frettchen wieder als akzeptabel eingestuft werden. Wir vermuten das diese Form durch die erhöhte, Stress bedingte Adrenalinausschüttung in den Körper hervorgerufen wird, da Adrenalin sich negativ auf die Darmtätigkeit ( = Hemmung der Peristaltik) auswirkt.

 

 

Allergie

Manche Frettchen reagieren nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel mit dünnflüssigem Stuhlgang. Besonders auffällig sind dabei die beliebte Katzenmilch und Produkte die einen hohen Sojaanteil haben. Dieser Verdacht liegt nahe, wenn das Frettchen sehr oft, aber nur kurzfristig (z.B. einen Tag) auffälligen Kot absetzt. Abhilfe schafft in dem Fall eine gezielt Fütterung und Beobachtung der Reaktion des Tieres auf die Nahrungsmittel, wodurch der Allergie auslösende Bestandteil relativ schnell gefunden werden kann, sofern es sich nur um einen handelt.

Anmerkung :

Im Bekanntenkreis wurde auch schon mal festgestellt, dass z.B. das stark parfümierte Katzenstreu der Allergieauslöser war.

 

 

Giardien

Giardien sind einzellige Parasiten, die sich im Dünndarm der Wirtstiere oder auch des Menschen tummeln und scheinbar unbehandelbare Durchfälle verursachen. Da es sich um Darmparasiten handelt, die eigentlich nur in den südlichen Regionen vorkommen, denkt auch der Tierarzt bei Durchfallerkrankungen nicht sofort an eine Giardieninfektion. Die üblichen Untersuchungen von Kotproben bringen zumeist keine positiven Ergebnisse, da Giardien nur mit einem speziellen Untersuchungsverfahren (ELISA) nachweisbar sind, welches wesentlich sensitiver testet. Diese Untersuchung wird in den Labors aber nicht routinemäßig durchgeführt, da diese Erreger in unseren Breitengraden bis vor enigen Jahren eher selten auftraten.

 

Jedoch hat sich das inzwischen stark verändert und sie sind viel häufiger im Tierbestand zu finden als man vemutet. Erschwerend kommt hinzu, dass es Trägertiere gibt, die symptomfrei sind, aber trotzdem als Auscheider fungieren und somit unbemerkt diese Einzeller in den vorhandenen Tierbestand einschleusen.

 

 Weitere Informationen zu diesen Thema

 

 

 

Coli-Bakterien

 

 Es wurde nach dem Arzt Th. Escherich benannt. Diese gramnegative (sich rot färbende) Bakterienart befindet sich in der natürlichen Darmflora im Dickdarm gesunder Menschen und Tiere. Es dient der Verdauung und Zersetzung von Kohlenhydrate in der Nahrung unter Säure- und Gasbildung.

Von Escherichia coli gibt es pathogene (Krankheiten verursachend) oder fakultativ pathogene und apathogene (keine Krankheiten hervorrufende) Stämme. Als pathogen werden schädliche bzw. krankmachende Mikroorganismen bezeichnet, wobei die fakultativ pathogenen Erreger nicht in jedem Fall krankmachend sind, sondern nur bei geschwächten oder in der Immunabwehr herabgesetzten Lebewesen zu einer Erkrankung führen.

Für die krankmachende Wirkung von Coli-Bakterien müssen drei Voraussetzungen gegeben sein:

  • ihre starke Vermehrung und
  • ihre Anheftung an die Darmschleimhaut mit Hilfe feiner Härchen, der
    Fimbrien.
  • Erst dann kann als 3. Faktor das von den Bakterien freigesetzte Enterotoxin (giftige Stoffwechselausscheidungen der Bakterien) eine Wirkung entfalten.

Wenn sich E. coli nun stark vermehren kann (z.B. durch mit Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser) stört es damit die Bildung der Darmflora. Die gramnegativen Bakterien sind in der Ueberzahl und bringen damit die Darmflora zum Erliegen. Die Folge davon ist, dass sich der pH-Wert im Blind-, Dick- und Dünndarm verschiebt und es dadurch zu schlimmen Verdauungsstörungen wie starker Durchfall kommt.

Es führt zu einer stark erhöhten Flüssigkeitsabgabe aus dem Organismus in den Darm, die die Resorptionsfähigkeit (Aufnahmefähigkeit gelöster Flüssigkeiten in den Blutkreislauf) übersteigt. Die Darmschleimhaut wird dabei kaum angegriffen. Voraussetzung ist eine mangelnde Immunität. Bei starker Vermehrung können Stämme von Escherichia coli auch Harnweginfektionen, Gallenweg-, Gallenblasen- und Bauchfellentzündungen verursachen. Ferner kann Escherichia coli der Verursacher von Wundinfektionen sein und zur Blutvergiftung führen.

Am besten versucht man eine Behandlung mit Sulfonamiden. Mit diesen kann man zudem verhindern, dass sich nun auch noch die Kokzidien beginnen rasant zu vermehren.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählt vor allem:

  • keine abrupte Futterumstellung
  • Einhaltung der Hygiene bei der
    Haltung , besonders bei der Trinkwasser- und Futterversorgung
  • Eine Behandlung mit Antibiotika nur
    dann wenn es unbedingt notwendig ist durchführen, da sie die Darmflora schwächen
    ( Viele Antibiotika greifen die grampositive Darmflora an )
  • neue Frettchen zunächst in
    Quarantäne setzen

 

Kokzidien

Die Kokzidiose ist weltweit verbreitet.

Kokzidien sind Einzeller, auch Protozoen genannt, die sich im Darm verschiedener Tierarten einnisten und dort die Darmzotten zerstören. Die „Wirtstiere“ können dann die Nahrung nicht mehr richtig verdauen, nehmen immer weniger oder sogar gar keine Nährstoffe mehr auf. Deutliches Symptom hierfür: Durchfall. Aber auch mäkeliger Wachstum bei Jungtieren, rapide Gewichtsabnahme bei älteren Tieren oder aber Anfälligkeit für jegliche Krankheiten (Schnupfen, Augenentzündung, ...) können Hinweise auf eine Kokzidiose sein. Das Immunsystem der Tiere ist stark geschwächt.

Kokzidien vermehren sich, indem sie ihren Nachwuchs, die Oozysten in den Darm abgeben und diese sich außerhalb des Wirtstieres im feuchten und warmen Milieu weiterentwickeln. Dann werden sie wieder von einem Tier aufgenommen und entwickeln sich im Darm dieses Tieres zu neuen Protozoen. So ist der Kreislauf.

Bei Tieren, für die die Kokzidie nicht spezifisch ist, werden Dormozoiten gebildet, eine Art Schlafkapsel der Kokzidie, die in einem "Dornröschenschlaf" liegt, bis das Fleisch des Wirtstieres vom einem passenden Wirt gefressen wird. Es gibt jedoch auch spezialisierte Kokzidien, die den Menschen befallen !

Meist aber schleppt man sich diese durch ein infiziertes Tier ein, dass nicht in Quarantäne genommen wurde. Aber auch über das (Fertig-) Futter können Kokzidien in den Tierbestand eingeführt werden, die sich nach einmaligem Einschleppen auch überall sonst in der Umgebung befinden können (z.B. Käfig und Zubehör).

Jedoch gibt es mehrere Formen von Kokzidien, nicht jede Form ist „pathogen“, d.h. nicht jede Form macht sich mit deutlichen Symptomen wie:

  • Durchfall. Der Kot wird dünnbreiig oder wässrig, selten blutig.
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit mit Abmagerung des Tieres
  • und Todesfolge sind möglich.

Die Erstinfektion hinterlässt im allgemeinen eine gute Immunität, die sogar die Ausscheidung der Eier (Oozysten) verhindern kann. Sie sind aber trotzdem auf Dauer schädlich für das Tier und bringen ein weiteres Problem bei der Diagnostik, denn man kann die Oozysten nur im Kot der Tiere nachweisen, wenn sie grade „aktiv“ sind, d.h. wenn die adulten (=erwachsenen) Kokzidien zufällig grade Oozysten abgegeben haben. Das tun sie nämlich leider nicht durchgehend.

Jedoch ist es sehr fast sicher, dass bei Durchfall geplagten Tieren welche nachzuweisen sind. Und diese Untersuchung sollt man bei kranken Tieren auch unbedingt machen lassen ( evtl. den gesamten Tierbestand in die Behandlung mit einbeziehen

 

Ferner gilt :

Wo Darmparasiten nachgewiesen werden, da sind noch weitere, daher sollte der gesamte Tierbestand behandelt werden.

Medikamentenunverträglichkeit

Gerade die Verabreichung von Medikamenten kann zu verschiedenen Symptomen führen, wenn der Körper negativ auf die Inhaltsstoffe/Kombinationen reagiert.

Wir hatten z B. vor zwei Jahren einen Insulinompatienten dessen Körper auf die orale Verabreichung von Prednisolon mit einem spontanen, sehr heftigen Durchfall reagierte, was bei dieser Erkrankung absolut unerwünscht ist und letztendlich auch seinen Gesundheitszustand dramatisch verschlechterte.

In dem Fall sollte man das Medikament vorsichtshalber absetzen, seinen Tierarzt unverzüglich erneut kontaktieren, um sich, wenn es die Möglichkeit gibt, ein alternatives Medikament zu besorgen.

 

Wichtig :

Die hier aufgeführten Durchfallerkrankungen, bzw. ihre Ursachen, stellen nur einen Teil  Möglichkeiten dar, und entsprechen lediglich unseren bisherigen Erfahrungen.